Obstdessertwein und Fruchtdessertwein

…sweet dreams are made of these…

Steinobstdessertwein, Weichselkuchen, Schwarzwälderkirsch

Als Obstdessertwein und Fruchtdessertwein werden Obstweine und Fruchtweine mit zumindest 13,0%Vol. bis höchstens 22,0%Vol. Alkoholgehalt bezeichnet.

Sweet dreams are made of these. Anders als das Wort Dessert vermuten lässt, muss der Obstdessertwein nicht unbedingt süss ausfallen. Obstdessertweine sind ausgesprochen vollmundig. Dessertweine aus Obst und Früchten befinden sich geschmacklich zwischen Wein und Likör. Der Wein-Ausbau zum Dessertwein erfolgt meist klassisch durch Vergären von süßem Frucht-Saft oder einer Beeren-Maische zu Fruchtwein. Fruchtdessertweine werden auch durch Zugabe von Weingeist oder Obstbrand im Alkoholgehalt verstärkt und aufgespritet .


Fruchtdessertweine in unserem Produktsortiment

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Wie wird Obstdessertwein hergestellt?

Dem Fruchtwein wird bei der Obst-Weinherstellung mehr Zucker zugefügt als es bei klassischen Obstweinen der Fall ist. Dabei stoppt die alkoholische Gärung nach mehreren Wochen auf natürliche Art. Die Kombination aus hohem Restzuckergehalt und Alkoholgehalt lassen die Weinhefe mit der Zeit immer mehr ihre Tätigkeit einstellen. Die lange alkoholische Gärung endet in der Regel bei einem Alkoholgehalt zwischen 14%Vol. und 16%Vol. und es verbleibt oft ein deutlicher Restzucker im Obstdessertwein. Die Gärführung für Fruchtdessertweine erfordert allerdings viel Erfahrung und Know-How bei der Dessertwein-Herstellung.

Oft kommt auch konzentrierter Fruchtsaft oder Obst-Dicksaft zum Einsatz. Dies verleiht dem Obstdessertwein noch mehr Volumen und geschmackliche Tiefe. Zudem erhöhen Fruchtsaftkonzentrate den Extraktgehalt und den Restzuckergehalt der Obstdessertweine.

Die Weintypen von Fruchtdessertwein ähneln entfernt denen von traditionellen Süßweinen. Besonders bekannte Vertreter von Dessertweinen aus Österreich wären Eiswein oder Schilfwein, die im österreichischen Burgenland erzeugt werden. Andere Dessertwein-Klassiker sind spanischer Sherry oder portugiesischer Portwein, um nur zwei große Weine dieser Kategorie zu nennen.

Viele der bekannten Südweine sind Likörweine und entstehen durch Zugabe von Alkohol. Entweder erfolgt die Zugabe der Spirituose, oftmals Weinbrand, zum noch süßen Traubenmost und stürmenden Jungwein oder zum bereits fertig vergorenen Wein. Das alkoholische Getränk kann in dem Fall dann auch trocken ausfallen. Nach einem festlichen Dinner serviert man als Digestif besonders gerne verstärkte Weine.

An dieses bekannte Verfahren angelehnt ist das Aufspriten von Obstwein mit Alkohol oder Obstbrand bei der Herstellung von Obstdessertweinen ebenfalls üblich. Um den Alkoholgehalt zu erhöhen, werden die Obstwein-Erzeugnisse durch Zugabe von Alkohol oder Obstbrand verstärkt. Diese verstärkten Obst-Weine erinnern entfernt an Frucht-Likör und Fruchtsaft-Likör. Sie schmecken allerdings ganz anders und müssen je nach verwendetem Obstwein auch gar nicht süß ausfallen.

In Frankreich ist etwa ein Apfeldessertwein mit dem Namen Pommeau de Normandie bekannt. Pommeau wird aus kelterfrischem Apfelsaft erzeugt, dem Calvados (Apfelbrand) zugesetzt wird. Dadurch erhält der Pommeau seine Süße und ein feines Apfelaroma. Die Finesse des Pommeau wird nur noch durch die Fruchtsäure des Apfels und eine mehrmonatige Holzfasslagerung ergänzt. Pommeau wird gerne zum Schokolade-Dessert oder zu Apfelkuchen gereicht und als Digestif getrunken.

Weinausbau von Obstdessertwein

Weinausbau Methoden wie Sur Lie (Feinhefelagerung) oder oxidative Lagerung sind bei Obstdessertwein ebenfalls bekannt und runden die Vinifikationsmöglichkeiten ab.

Die meisten Obstdessertweine sind keine Jahrgangsweine. Manche eignen sich auf Grund ihrer Beschaffenheit aber durchaus für längere Lagerung. Bei manchen Obstdessertweinen kommt das Solera System zur Anwendung. Dieses kennt man von Sherry, Malaga oder Madeira. Hier werden ältere Jahrgänge mit neuen und jungen Jahrgängen verschnitten damit der Wein ein breites Spektrum an Aromen bietet. Vom Lagerbukett bis hin zu jugendlicher Frische zeigen diese Weine verschiedene Facetten.

Trockene Obstdessertweine als Aperitif oder Digestif

Im Bereich der Aperitifs und Digestifs gibt es durchaus auch trockene Varianten der Obstdessertweine. Dessertweine müssen daher auch gar nicht süß ausfallen obwohl das Wort Dessert dies fälschlicherweise vermuten lässt. Besonders beim Sherry kennt man auch trockene Finos, die sich perfekt als Aperitif eignen. Ebenso existierend trockene Obstdessertweine, die an diesen Stil angelehnt sind. Hergestellt meist aus herbem Apfelwein oder trockenem Birnenwein und oftmals mit Obstbrand, also Apfelbrand oder Birnenbrand, verstärkt.

Obstwermut für den besonderen Genuss

Eine Sonderstellung nehmen aromatisierte Obstweine und der weniger bekannte Obstwermut ein. Die Basis für diese Dessertweine ist Obstwein oder Fruchtwein, der meist in der Kategorie Dessertwein ausgebaut wurde. Anschließend unterzieht man dem Basiswein einer Aromatisierung mit Wermutkraut und anderen Kräutern und Gewürzen. Ob trocken oder süß, ist hier reine Geschmackssache. Die Aromatisierung erfolgt in der Regel mit Wildkräutern und würzenden Pflanzenextrakten. Man verwendet hier ähnliche geschmacksgebende Zusätze wie man es etwa von Likören und Spirituosen her kennt. Im Fall von Obstwermut ist dies natürlich das berüchtigte Wermutkraut, aus der Gattung Artemisia, das dann auch für die Namensgebung verantwortlich ist.