Der Spritzer – Spritzwein für den Sommer

Spritzer

In Deutschland wird der Spritzwein „Schorle“ genannt. Doch eine Weinschorle wirst du in Österreich auf der Getränkekarte im Restaurant oder beim Heurigen nicht finden. Hier heisst der mit Wasser „gespritze“ Wein – Spritzer, G’spritzter oder Spritzwein. In der steirischen Buschenschank einfach als „Mischung“ bezeichnet, hat der Spritzer schon längst die Lifestyleszene erreicht. Mit immer raffinierteren Kreationen werden Longdrinks für den lauen Sommerabend in der Wiener City gemixt.

„Man bringe den Spritzwein!“

Diese Aussage hat in Österreich bereits Kultstatus und glorifiziert die österreichische Erfrischung an heißen Tagen. Das wohl bekannteste Testimonial des Spritzweines ist der ehemalige Bürgermeister von Wien, Michael Häupl.

Welche Rebsorten und Weine sind ideal für den Spritzwein bzw. Spritzer?

Weißwein Trauben weiss

Für den Spritzwein eignen sich fruchtige Weißweine. Für das beste Ergebnis wählt man einen jungen aromatischen Wein wie den Heurigen für den Weißen Spritzer. Säurebetonte Weißweine wie ein leichter Riesling sind für den Spritzer ebenso gut geeignet. Blumige Aromatik und hohe Säure werden durch das Spritzen gedämpft und ergeben erfrischende Sommergetränke und Labsal zugleich:

  • Welschriesling, Rheinriesling
  • Riesling, fruchtig säurebetont
  • Grüner Veltiner, pfeffrig und pikant
  • Gemischter Satz, aromatisch vielschichtig
  • Muskateller, blumig aromatisch
  • Rosewein, zart fruchtig
  • leichter Rotwein für roten Spritzer

Aber aufgepasst: auch wenn Weißwein der klassische Spritzwein schlechthin ist, werden Rotwein und Rosewein mindestens genauso gerne, wenn auch seltener, zum Spritzer umfunktioniert. Wichtig dabei ist, dass es leichte, fruchtige Weine sind, deren Gerbstoffe nicht zu sehr dominieren. Das vorhergehende Einkühlen der Weine ist natürlich selbstverständlich. Denn nur gut gekühlte Weine sollen gespritzt werden. Andernfalls wäre die Mischung zu warm. Edelsüße Dessertweine hingegen werden so gut wie nie „gespritzt“, auch keine Barriqueweine.

Spritzwein im Glas

Zum Spritzen eignen sich Sodawasser oder Mineralwasser. Soda ist am neutralsten und eignet sich am Besten. Mineralwasser kann durch die Mineralien einen Eigengeschmack haben. Wasser kommt übrigens zuerst ins Glas und dann erst der Wein drauf. Der Spritzer soll nämlich vordergründig nach aromatischem Wein duften. Natürlich muss neben dem Wein auch das Wasser gut gekühlt sein, da durch das Einschenken ins Glas die Temperatur der Wein-Mischung um 2-3°C steigen kann. Durch das Verflüchtigen der Kohlensäure sollte der Spritzer tunlichst unmittelbar vor Genuss zubereitet werden.

Gerne wird auch stilles Leitungswasser und ein paar Eiswürfel für diesen österreichischen Longdrink verwendet. Der österreichische Wine Cooler für den Sommer!

Der perfekte Spritzer entsteht übrigens im Mischungsverhältnis 1:1 Weißwein mit Wasser. Der Sommerspritzer darf hingegen etwas mehr Wasser erhalten und besteht zu 2 bis 3 Teilen aus Wasser und 1 Teil aus Wein.

Der Spritzer muss in der Gastronomie zumindest aus 50% Wein bestehen und einen Alkoholgehalt von mindestens 4,5%Vol. aufweisen.

Das eigentliche Weinglas fällt beim Spritzer nicht ins Gewicht. Da ist vom traditionellen Henkelglas beim Heurigen bis hin zum Stielglas (Weißweinglas, Sektglas) alles dabei. Als weitere Zutaten für den Spritzwein gelten Zitronen, Lavendelblüte, Frucht- und Kräutersirupe als sehr beliebt und lassen dem Barkeeper viel Spielraum für Sommerdrink-Kreationen.

Spritzer und Longdrink Variationen für den Sommer

Der Kaiserspritzer ist eine Variante des Weißen Spritzer’s mit Holunderblütensirup. Gurken Spritzer, Veilchen Spritzer oder Lavendel Spritzer sind im Sommer mindestens so „in“ wie Aperol Spritz, Campari Spritz, Kiwi- oder Pfirsichspritzer, Hugo, Radler oder Apfel Cider. Aber auch Gin Tonic und andere Drinks eignen sich im Sommer als Aperitif zum BBQ und Longdrink zugleich.

Mindestens genauso beliebt sind fruchtige Bowlen oder auch Himbeersturm. Bowlen, Schorlen und Cocktails mit Weißwein und Sekt gibt es einige. Kir Royal mit Champagner, Cassis-Likör oder Johannisbeersirup. Alkoholische Erdbeerbowle oder Kalte Ente bestehend aus Sekt, Weißwein und Zitrone.

Drinks kalte Getränke

Doch wie sieht es mit Frucht- und Honigweinen aus? Lassen sich diese überhaupt „Spritzen“?

Leichte Fruchtweine mit 6-9%Vol., wenn sie nicht schon mit Kohlensäure versetzt sind, oder als kohlesäurehältige Getränke-Cocktails konzipiert sind, lassen sich je nach Aromatik bei Bedarf mit Soda spritzen. Das ergibt zumindest einen beerig-fruchtigen Sommerspritzer mit ganz wenig Alkohol. Obstweine sind aber auch eine tolle Basis für selbst angesetzte Bowlen mit Früchten.

Die bessere Variante zum Spritzen von Fruchtweinen wäre aber ein neutraler, trockener Sekt. Seliges würde ich bei fruchtbetonten Dessertweinen oder auch bei Fruchtsaftlikören empfehlen. Auch beim Honigwein würde ich zum Sekt greifen. Dies macht trockenen Sekt lieblich und verleiht ihm ein zartes blumiges Honigaroma.

Mit Wermut-hältigen Dessertweinen lassen sich mit Spirituosen etwa Cocktails und Longdrinks erzeugen. Gereifte Dessertweine wie Port und Sherry sind schwierig aber nicht unmöglich. Man greife hier ebenfalls zu Spirituosen wie Weinbrand (Cognac), Orangenlikör, Whisky und Gin und verfeinere mit Bitters. (Portwein Cocktail Anregungen)

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