Außergewöhnliche Speisen aus Europa

Kulinarische Delikatessen und regionale Speisen und Besonderheiten aus Europa

Hier liste ich Euch außergewöhnliche Speisen und kulinarische Delikatessen aus Europa auf. Es gibt viele regionale Besonderheiten was die kulinarische Landschaft in Europa betrifft. Einige dieser ausgefallenen Speisen haben es garantiert noch nicht auf deinen Teller geschafft. Und das wohl aus gutem Grund.

Feinschmecker und Liebhaber feiner Delikatessen schwören drauf. Du kennst noch weitere Köstlichkeiten, die du uns nicht vorenthalten willst? Mache mich bitte drauf aufmerksam.

Warnhinweis: Einige dieser Speisen und Zutaten sind nichts für schwache Gemüter und könnten genauso gut Teil eines Horrorfilms sein. Also gibt’s hier ne Warnung: disgusting.

Wenn du Rezepte zum Nachkochen suchst, die dir garantiert schmecken werden, schau mal hier bei den Schmankerlrezepten vorbei. Sie sind super easy, kinderleicht und wirklich schnell gemacht. Es gibt eine kleine Auswahl an Gelee, Konfitüre, Marmelade, Keksen, Kuchen und Gebäck. Zudem findest du Anregungen für Party Snacks und kleine pikante Häppchen für deine Weinprobe daheim oder für eine gelungene Geburtstagsfeier. Inkl. Infos zu unterschiedlichen Weinen und Weinstilen zum Nachlesen und dich Inspirieren-lassen.

Weintypen und Weinstile

Dennoch will ich Euch jetzt die Vielfalt regionaler Köstlichkeiten nicht vorenthalten, die Europa zu bieten hat. Das kulinarische Projekt wird laufend ergänzt und ist hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Vegane Speisen: Brot, Gebäck und Pflanzen
  • Delikatessen aus Milch und Käse
  • Kulinarische Besonderheiten: was so kreucht und fleucht
  • Kulinarische Spezialitäten aus dem Wasser und Meer
  • Regionale Speisen: Fleisch, Würste und Co.

Vegane Speisen: Brot, Gebäck und Pflanzen

Wir beginnen mal mit pflanzlichen Nahrungsmitteln. Ganz vorne sind hier natürlich Getreidearten (nicht nur für alkoholische Getränke wie z.b. Whisky, grains), Mehl und Gebäck. Gut Pizza ist jetzt nicht das beste Beispiel für Brot und Gebäck aber ich finde es historisch durchaus interessant. Gerade weil Pizza auch eines der beliebtesten Fastfood und Außer-Haus-Gerichte ist, darf es auf meiner Liste nicht fehlen.

Klassiker sind natürlich die Oat Meals aus Schottland (Cranachan oder Atholl Brose, ein Hafer-Likör auf Whiskey Basis) oder Pflanzen wie Rhabarber oder Artischocken, die etwas ausgefallenere Speisen ergeben. Man kann mit zerkleinerten Pilzen und Hülsenfrüchten sehr gut vegan kochen. Allerdings möchte ich hier auf wirklich besondere Speisen und Getränke hinweisen, die vielleicht nicht jeder kennt. Außer Pizza vielleicht aber auch hier wird dich eventuell das eine oder andere überraschen.

Pizza – die Historische oder Napoli?

Pizza ist Pizza ist Pizza. Nicht ganz. Pizza aus dem 15. und 16.Jh (Tasting History, Youtube Film) war etwas gänzlich anderes als heute. Eher eine Art mit Honig gesüßer Kuchen mit viel Butter und Rosenwasser, der mich persönlich stark an eine frühe Form des Panettone (Geschichte; Panettone Back-Rezept) erinnert. Ich empfehle euch daher unbedingt das Video anzusehen.

Tomaten Soße Marmelade Pizza BasilikumErst die Einfuhr und der Anbau von Tomaten für die Soße machten Pizza zu unserer heute bekannten Pizza Napoli, kurz für Pizza napoletana („Pizza neapolitanischer Art“).

Zitat: Im Jahre 2011 beantragte Italien die Pizza napoletana in das Immaterielle Weltkulturerbe der UNESCO aufzunehmen. 2017 wurde die Kunst des Pizzabackens in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. (laut Kochwiki.org)

Pizza Napoli

Die ursprünglichste Form der Pizza Napoli bestand aus dem flachen Fladenbrot, Tomatensoße und Knoblauch. Garniert vielleicht noch mit etwas Basilikum oder Oregano und Olivenöl. Die Pizza Marinara, die auch heute noch in vielen Pizzerias erhältlich ist, wurde von den Matrosen gegessen. Die Pizza Margherita bestand aus Käse, Tomate und Basilikum. Auch zu ihr gibt es eine interessante Entstehungsgeschichte, die ihr im obigen Link zur Geschichte der Pizza Napoli nachlesen könnt.

Fun Fact: Nudeln und Tomatensoße halten wir für typisch italienisch. Wir hinterfragen gar nicht die Ursprünge der Zutaten. Denn diese italischenische Kombi gibt’s erst seit dem 18.Jh. Tatsächlich ist es ein Fusion Food. Die Nudeln stammen ursprünglich aus China (wenn man Marco Polo 12.Jh glauben mag) und die Tomaten aus Südamerika (15.Jh.). Tomaten betrachtete man anfangs nur als Zierpflanze, da man die Früchte für giftig hielt. Der Gedanke ist bei Nachtschattengewächsen und unreifen Tomaten gar nicht so abwegig. Allerdings soll’s Nudeln schon bereits in der Antike in Griechenland und Italien gegeben haben. Die Bezeichnung Spaghetti geht auf einen Eintrag in einem Kochbuch aus dem 18.Jh zurück. Zitat: Die erste schriftliche Erwähnung eines Pastagerichts mit Tomatensauce stammt aus dem Jahr 1790, enthalten in dem Kochbuch Apicio moderno.

Kwass – Brottrunk aus Russland

Kurz ein vergorenes Getränk aus altem, harten Brot. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen außer vielleicht Fruchtsaft und Gewürze ;-) . Kvass the russian Bread Drink.

Birkensaft aus Lettland und Litauen

Aus dem Baumsaft von Birken (ähnlich dem Ahornsirup) läst sich z.b. Birkenwein brauen. Birch wine.

Delikatessen aus Milch und Käse

BlauschimmelkäseEgal ob Harzer Käse, Quargel, Bergkäse, Rotschmier- oder Schimmelkäse. Einige dieser Köstlichkeiten verströmen einen besonderen Duft. Die Cineasten unter uns kennen vielleicht die berüchtigte Käse-Szene aus „Mortdecai – Der Teilzeitgauner“. Doch so einen „besonderen“ Käse wie den Casu Marzu hatte auch er nicht im Schrank.

Wenn du, wie die Protagonisten des Films, ebenfalls einen guten Portwein zum Käse genießt, habe ich hier eine kleine Zusammenstellung an Käsesorten mit der passenden Weinbegleitung.

Und wenn du noch größeren Hunger bekommst: kleine schnelle Snacks zum Wein.

Fingerfood zu Wein – kleine schnelle Party Snacks zum Wein

Kumis oder Kumys – vergorene Stutenmilch

Vergorene Milch (Kumis) wird vorwiegend von mongolischen Steppennomaden erzeugt.

Casu Marzu, Madenkäse aus Sardinien

Wörtlich der „verdorbene Käse„. Das sagt eigentlich schon alles darüber aus. Denn im Casu Marzu leben Maden, die ihn erst zur wahren Käsespezialität aus Sardinien machen und zudem zum gefährlichsten Käse der Welt.

Kulinarische Besonderheiten: was so kreucht und fleucht

Schnecken in Knoblauchbutter Kräuterbutter

Früher als Arme-Leute-Essen verpönt, kommen gewisse tierische Lebensmittel durch Slow Food und Nachhaltigkeitstrend wieder in den Fokus der Medien und zurück auf die heimischen Teller. In Asien schon lange Teil des Speiseplans, sind Insekten geschmacklich und ernährungstechnisch besser als ihr Ruf. Insekten und Schnecken dürften in Zukunft in Europa größere Bedeutung bekommen. Doch steht der Ekelfaktor dem entgegen? Was meint ihr? Welche Meinung habt ihr dazu? Schreibt es mir: hindberryfruchtwein@aon.at?

Frösche und Frosch-Schenkel

Froschschenkel gelten allgemein als Delikatesse und das nicht nur in Frankreich. Natürlich hat der Verzehr von Fröschen auch Schattenseiten. Deshalb gehe ich hier nicht näher drauf ein.

Schnecken, Streetfood der Antike

Als Wiener Auster bezeichnet, waren Schnecken nicht nur für Feinschmecker in Österreich schon lange als Alltagsessen bekannt. Schnecken standen vermutlich schon immer auf dem Speiseplan von Menschen. Zumindest seit der Antike ist die Schnecke kulinarisch bekannt und war als Imbiss und Streetfood gerne gesehen.

Insekten essen kostet immer noch Überwindung

Essbare Insekten umfassen Mehlwürmer, Buffalowürmer und Heuschrecken. Aber auch viele Käfer, Ameisen, Spinnen und Skorpione sind essbar. Insekten liefern wertvolle Proteine und durch ihren Chitinpanzer zusätzlich Ballaststoffe. Ekelfaktor und Nachhaltigkeit, sind Insekten das Superfood der Zukunft?

Kulinarische Spezialitäten aus dem Wasser und Meer

Zugegeben Muscheln und Garnelen oder frittierte Tintenfischringe stellen bereits einige Menschen auf eine harte Probe. Es folgt eine handverlesene Auswahl an Fisch-Delikatessen, die es in sich hat.

Tintenfisch Ringe Meeresfrüchte

Lampreten und Neunaugen

Beinahe ausgerottet, das Neunauge. In Flüssen und im Meer sind Lampreten anzutreffen. Doch was ist ein Neunauge? Nicht nur in Frankreich, England und den Niederlanden bekannt, sondern auch unter Kaiser Maximilian in Tirol als Bach-Neunauge gefangen und verzehrt. Der niederländische Meer-Neunaugen-Verein zelebriert eine kulinarische Delikatesse.

Surströmming aus Schweden

Wenn sich Dosen aufblähen und zu platzen drohen ist das für uns erstmal bedrohlich. Denn es deutet darauf hin, dass der Inhalt der Dose schlichtweg verdorben ist. Für die Schweden ist es ein untrügerisches Zeichen dafür, dass der Surströmming bereit zum Vernaschen ist. Sturströmming ist in Salzlake eingelegter Ostsee-Hering, der nach einer enzymatischen Reifezeit in offenen Behältern, später in Dosen verpackt, in diesen weiter fermentiert und diese schlussendlich ausbeult. Bei der Fermentation entstehen diverse aromatische Säuren und auch Schwefelwasserstoff, daher auch gerne als Aasfisch oder Stinkefisch bezeichnet. Das sagen die Schweden selber dazu (Zitat): Es gibt nichts, das schwedischer ist als Surströmming-Essen im August.

Surströmming – Fisch, der in der Dose rottet

Rakfisch aus Norwegen

Ausgenommene und gewaschene Forellen oder Saibline werden für Rakfisch 2-3 Monate in Salzlake fermentiert. Wer es deftiger mag kann die Reifezeit bis zu einem Jahr erhöhen. Wichtig ist, dass der Fisch während dieser Zeit immer gut gekühlt bei etwa 5°C lagert. Geschmacklich ist der Rakfisch gewöhnungsbedürftig und erinnert an Lutefisk (Stockfisch) oder den schwedischen Surströmming. Bei eingelegtem Rakfisch treten auch immer wieder Lebensmittelvergiftungen (Botulismus) auf. Gerne werden diese Produkte auch privat hergestellt was ebenfalls ein Risiko darstellt.

mehr wissenschaftliches über fermentierte Fischprodukte in Nordeuropa.

Regionale Speisen: Fleisch, Würste und Co.

Wer kennt sie nicht die besonderen tierischen, kulinarischen Schmankerln wie Blutsterz und Hirn, Stierhoden, Kuheuter Schnitzel (Berliner Schnitzel), Beuschel, Kutteln, schottischen Haggis, Saumaise und Co. Eingemachtes Kübelfleisch oder an Schlachttagen in früherer Zeit frisch zubereitetes Bruckfleisch? Rohen Hackepeter aus Schweinefleisch oder Beef Tartare, Töttchen oder Stippgrütze (Wurstebrei), Zungenwurst oder Blutwurst? Verwertbar ist doch so vieles vom Schlachttier. Es lassen sich zugegeben auch ganz feine regionale Speisen daraus zaubern, die meist besser schmecken als sie aussehen.

Fleisch und Wurst Spezialitäten

Die Andouillette, eine Wurst aus Frankreich

Eine besondere französische Wurst, die mit Schweinedärmen und Mägen gefüllt wird. Ferner auch Rinder, Kälber und Enten. Die Andouillette ist in Frankreich, besser der Region Troyes bekannt und darf nur in speziellen Orten erzeugt werden. Die besten Andouillettes werden handwerklich hergestellt. Man erkennt sie am Zusatz „tirée à la ficelle“, was so viel heisst wie „an der Schnur gezogen“. Der Hinweis, dass die Därme zuerst händisch aufgefädelt und später in den Wurstdarm hineingezogen wurden.

Die Andouillette wird aber auch in den umliegenden Gebieten und sogar in Belgien zum Kauf angeboten und in Restaurants serviert. Die Andoulliette ist die kleine Version der Andouille (quasi die Stangenwurst der beiden) und damit eine internationale Fleischspezialität.

Abenteuer Essen: Andouillette (Sachen, die ich nicht noch einmal essen möchte)

Die persönlichen Eindrücke über die Andouillette sind gemischter Natur und die kulinarische Köstlichkeit außerhalb von Frankreich umstritten. Es heißt man müsse Franzose und mit dieser Wurst aufgewachsen sein um sie überhaupt essen zu können. Die Bezeichnungen von Nicht-Franzosen über ihr besonderes Aroma reichen von Fäkalwurst bis hin zu Pisswurst.

Stigghiola, eine sizilianische Delikatesse

Auf Spießchen oder manchmal auch auf Frühlingszwiebel werden Lamm-, Ziegen- oder Kalbs-Eingeweide aufgewickelt und auf der Strasse in Palermo gegrillt. Die Stigghiola werden in Stückchen geschnitten und mit Zwiebel und Petersilie, manchmal auch Zitronen, gewürzt. Die Geschichte hinter der Stigghiola reicht zurück bis zu den alten Römern.

Salama da Sugo, eine Wurstspezialität aus Italien

Salama da Sugo ist eine luftgetrocknete Wurstspezialität aus der Provinz Ferrara in der Region Emilia-Romagna in Italien. Hergestellt wird sie aus Schweine-Nacken, -Speck, -Bauch, -Zunge und -Leber. Anschließend gewürzt, in eine Schweineblase gefüllt und bis zu 8 Monate luftgetrocknet reifen lassen. Anders als bei der Salami wird der Schimmel wird vor Verzehr entfernt und die Wurst muss zudem noch mindestens 4 Stunden gekocht werden.

Zampone, ein Gericht aus Italien mit Geschichte

In Italien wird Zampone als traditionelles Gericht rund um Silvester gegessen um das neue Jahr willkommen zu heißen. Es handelt sich hier um gefüllte Schweinshaxen. Wie entstand das außergewöhnliche Gericht: Die Truppen des Papstes haben im 16.Jh die Stadt Mirandola bei Modena belagert. Die Bewohner hatten nur noch ein paar Schweine. Um das Fleisch haltbarer zu machen, schlachteten sie die Tiere und füllten das Brät in die Schweinshaxen. Diese wurden zugebunden und das Fleisch war geschützt und konnte später gekocht werden. So zumindest die geschichtliche Überlieferung der Zampone Erfindung.

La storia dello Zampone Modena IGP

Bärenfleisch und Bärenschinken

Da Bären in Europa so gut wie ausgerottet sind, ist die Herstellung stark reglementiert. Zu den Ländern, in denen Bärenfleisch erhältlich ist, zählen Skandinavien, Estland (Bärenfleisch in Dosen), Polen, Russland und einige andere osteuropäische Länder, darunter Slowenien (Bärenwurst, Bärensalami). In Nordamerika und Kanada ist Bärenfleisch und Bärenschinken dagegen noch relativ weit verbreitet. Das Fleisch von Bären, ebenso wie das von Wildschweinen, kann Trichinen enthalten, wodurch es zu Erkrankungen kommen kann. Mehr Infos zum Bärenfleisch. Neben Dosen mit Bärenfleisch, finden sich noch weitere weniger exotische Wildfleischsorten wie Elch oder Hirsch in skandinavischen Online Shops.

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