Selbstversorgung mit Obst und Gemüse

Selbstversorger Garten und Krisenvorsorge mit eigenem Obst und Gemüse

Inflation, die Preise gehen rauf. Strom teurer, Benzin teurer, Gas teurer und Lebensmittel werden stückweise rationiert. Dann droht sogar noch ein Blackout, eine unvorhergesehene Krise und in der Zukunft der Klimawandel mit Dürren und Wasserknappheit. Was ist daher naheliegender als dein eigener Selbstversorger Garten?

Die Prepper Szene wird populärer und Selbstversorgung mit eigenem Obst und Gemüse tritt wieder vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit. Damit dich die Nahrungsmittelkrise nicht unmittelbar trifft, habe ich ein paar Tipps zum Geld sparen für dich.

Wer die Möglichkeit hat eigenes Obst und Gemüse im Garten anzubauen ist klar im Vorteil und hat schon mal den ersten Baustein zur perfekten Krisenvorsorge gelegt. Egal ob im eigenen Garten anbauen, einer gepachteten Selbstversorgerparzelle oder auf öffentlichem Grund beim Urban Gardening. Entscheidend ist am Ende nur, dass es reichlich frisches Gemüse und Obst zu ernten gibt. Und ja „reichlich“ ist hier das Zauberwort. Wer keinen eigenen Garten zum Beernten hat, kann z.b. bei Mundraub vorbeischauen und sehen ob es in der Umgebung kostenloses für jedermann frei verfügbares Obst ist.

Selbstversorger Garten – Autarkie?

Wie man auf vielen Selbstversorger-Garten-Blogs nachlesen kann, ist 100%-ige Selbstversorgung, sprich Autarkie, (fast) nicht möglich. Es sei dann der Garten oder Bauernhof-Grund ist groß genug für die Krisenvorsorge und man hat die Möglichkeit auch Tiere zu halten und sehr viel Freizeit zur Bewältigung der vielen anfallenden Aufgaben. Denn es geht hier vorallem auch darum einen Kreislauf zu erzeugen um mit entsprechendem Dünger dem Boden auch regelmäßig Nährstoffe zurückzugeben um ihn auf lange Sicht fruchtbar zu halten.

Bei der Selbstversorgung geht es um Kalorien und Nahrung mit Nährwert. Denn der Anbau im Selbstversorger Garten von Salaten und Sommergemüsen wird den Bedarf an Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate vermutlich alleine nicht abdecken können. Da braucht es sehr viel mehr.

Eiweiß

  • tierisches Eiweiß (Fleisch), Milch, Eier, ggf. Schnecken, Insekten
  • und pflanzliches Eiweiß [Hülsenfrüchte, Nüsse (Walnüsse, Haselnüsse, Mandeln), Samen (Hanfsamen, Mohn, Kürbiskerne)].

Fett ist neben tierischen Produkten vorallem in Nüssen als ungesättigte Fettsäuren enthalten. Nüsse von Sträuchern und Kürbiskerne von Ölkürbissen lassen sich auch in kleineren Gärten problemlos ernten. Selbst Mohnpflanzen können als Zierpflanzen noch einen zusätzlichen Nutzen zur Samengewinnung haben.

Als Kohlenhydrate kommen alle Arten von Getreide aber auch Obst (Fruchtsäfte, z.b. Apfel- oder Traubensaft) und Honig in Frage. Natürlich reicht ein Haus-Garten nicht aus um Getreide wie Weizen, Gerste oder Hafer anzubauen aber Mais und Bohnen wachsen schon auf kleinstem Raum und das recht zuverlässig.

Wer auf seinem Grund selber Bienen zur Bestäugung der Obstbäume und Blumen halten kann, wird am Ende des Jahres mit rund 20-30kg Honig pro Bienenvolk belohnt. Damit ist so ziemlich der jährliche Zuckerbedarf gedeckt, wenn man Honig nicht nur zum Süßen von Tee sondern auch zum Konservieren verwendet und raffinierten Zucker beim Kochen und Backen durch Honig ersetzt.

Zuerst Geld in den Selbstversorger Garten investieren und dann Ernten

Zuerst musst du Geld investieren um anschließend Geld zu sparen. Klingt fast wie ein Pyramidenspiel. Du wirst allerdings auch ruhiger schlafen, wenn du in deine Versorgungssicherheit bei Nahrung und Lebensmitteln aus dem eigenen Garten investiert hast. Gärtnern kann, wie jedes andere Hobby auch, sehr viel Geld verbrennen und am Ende schaut dabei nix raus. Besonders wenn teures Saatgut gekauft wird – noch schlimmer teure Jungpflanzen! – und die Pflanzen nur kümmerlich wachsen oder einen irgendwann ganz im Stich lassen und absterben.

Daher ein paar Tipps wie dir das nicht passiert. Wähle Pflanzen aus, die dir tatsächlich Geld sparen und die du auch regelmäßig isst, mit denen du auch umgehen kannst und mit deren Pflege du klarkommst. Mache deinen eigenen Kompost/Dünger. Sorge für ausreichend Wasser und spare dir dein Geld bei gekauften Hochbeeten.

Baue nur an was du auch regelmäßig isst. Dieser banale Tipp erspart dir unnötigen Ärger. Selbst wenn Tomaten sehr leicht zu kultivieren sind und reiche Ernte bedeuten, du aber wenig Tomaten in der Küche verwendest, sparst du dir damit kein Geld, wenn du sie anbaust. Außer natürlich dir sind die hohen Erträge wichtig und du baust deinen Kochplan künftig soweit um, dass du von nun an vorwiegend dein selbstgezogenes Gemüse verwertest. In Kombination mit Reis, Nudeln und Hülsenfrüchten kannst du sehr preiswerte und ausgewogene Speisen kochen. Du kannst dir ganz spielend neue Essgewohnheiten aneignen und musst dadurch in Folge weniger im Supermarkt einkaufen. Bei einigen Dingen zur Krisenbevorratung und Versorgung wirst du ohnehin nicht herumkommen diese zu kaufen aber du kannst einen Teil der Kosten etwas abfedern.

Beerenobst und Obstbäume zur Selbstversorgung

Von allen Beeren sind Erdbeeren am Schnellwachsendsten und bringen schon im Juni erste Erträge für selbstgemachte Erdbeermarmelade. Ein paar m² reichen aus um den Vorratsschrank zu füllen. Jede Pflanze bildet im Sommer Ausläufer und die automatische Vermehrung liefert dir weitere neue Pflanzen für die nächsten Jahre.

Mehr Geld sparst du mit Himbeersträuchern und Brombeersträuchern. Denn Himbeeren sind üblicherweise recht teuer und werden im Supermarkt zum Frischverzehr zu 125g abgepackt angeboten. Wenn die Himbeerstauden mal etabliert sind, lassen sie sich einfach vermehren und wachsen sehr genügsam am Gartenzaun entlang oder in ungenutzten Ecken rund um’s Haus und bleiben auch dort für viele Jahre.

Da Himbeeren üblicherweise am Waldrand wachsen, macht ihnen Halbschatten auch nicht viel aus. Dies trifft auf fast alle Beerensträucher zu und daher sind sie auch gute Unterbepflanzungen für Obstbäume. Begrüne und verschönere unliebsame, hässliche Fleckerl im Garten einfach mit fruchttragenden Beerensträuchern.

In der Regel gibt es schon ab dem Jahr der Pflanzung bei größeren Jungpflanzen oder spätestens im Jahr darauf die erste Ernte. Beerenpflänzchen machen sich recht schnell bezahlt und beginnen bald sich zu amortisieren.

Beerensträucher lassen sich entweder durch Wurzelausläufer oder durch Stecklinge bzw. Steckholz vermehren. Besonders Johannisbeeren und Stachelbeeren sind easy und problemlos was die Vermehrung betrifft. Aus wenigen Beerenpflanzen kannst du mit wenig Aufwand schon bald genug Nachkommen klonen um den ganzen Garten restlos zu füllen und das gratis.

Mit Weintrauben hast du zudem die Option einen Zaun oder eine Pergola zu begrünen und gleichzeitig eigenen Traubensaft (rund 200g Zucker pro Liter!) oder Wein zu keltern. Ein Rebstock, wenn er genug Platz zum Ranken hat, liefert je nach zur Verfügung gestelltem Raum pro Austrieb rund 100g-300g schwere Trauben. Reben wachsen zwar schnell, benötigen aber doch ein paar Jahre um ein Rankgerüst in Beschlag zu nehmen. Dann aber setzen hohe und regelmäßige Erträge ein. Hier hat man die Wahl ob man verschiedene Rebsorten in kürzeren Abständen zu einander setzen möchte ala Weinberg oder ob man doch lieber eine einzige oder ein paar Reben größer wachsen lassen möchte. Für den Ertrag macht es am Ende wenig Unterschied, da nur die Anzahl der Augen bzw. Austriebe pro Meter zählt. Mit mehreren Reben hat man Abwechslung beim Naschen und eine gewisse Ausfallversicherung wenn ein Rebstock im Laufe der Zeit absterben sollte.

Eigene Erfahrung: 5 Laufmeter an Reben können schon mal gut und gerne 20kg Trauben liefern. Das heisst man könnte 20 Tage lang täglich 1kg Trauben naschen. Nach einer einzigen Ernte haben sich die Reben bereits bezahlt gemacht. Wenn man ein paar Meter im Garten erübrigen kann, wird man jedes Jahr im Herbst reichlich mit Weintrauben beschenkt. Man sollte dann aber eine Rebsorte (Keltersorte) wählen, die sich zum Weinmachen eignet. Denn diese Trauben schmecken nicht nur köstlich sondern lassen sich mit wenig Aufwand und manchmal sogar ohne Weinpresse entsaften. Idealerweise wählt man Piwi-Reben, also pilzwiderstandsfähige Sorten, die müssen nicht gegen Pilzkrankheiten gespritzt werden. Aus Weintrauben kannst du selbstgemachten Traubensaft herstellen. Tafeltrauben eignen sich nur für Frischverzehr und lassen sich gar nicht pressen und entsaften. Dadurch kannst du sie sich praktisch nicht konservieren außer vielleicht kernlose Tafeltrauben, die du ggf. als Rosinen trocknen könntest oder Konfitüre.

Obstbäume für den Selbstversorger

Obstbäume sind hingegen ein Investment, das Zeit braucht, sich dann aber über viele Jahre bezahlt macht. Welchen Obstbaum du wählen solltest und hier eine Wertung abzugeben, welche Obstart besser ist als eine andere, ist schwierig. Ganz oben dürfte aber dennoch unangefochten der Apfelbaum stehen. Äpfel eignen sich von allen Obstarten am Besten zum Lagern. Äpfel kannst du laufend verkochen und wenn große Mengen anfallen, kann man auch zum Versaften raten, wenngleich diese Art der Verwertung etwas aufwändiger ist als bei Weintrauben.

Im Idealfall sollte es sich um selbstfruchtbare Obstsorten handeln wo du keine speziellen Befruchtersorten zusätzlich benötigst und solche, die weniger von Alternanz (jährliche Schwankung in der Erntemenge) und Krankheiten befallen werden. Also kurz gesagt robuste Sorten.

Der Preis von Obstbäumen kann auch ein Thema sein, besonders wenn man mehrere kaufen möchte oder eine größere Fläche bepflanzt werden soll. Ist einer Baumschule der Vorzug zu geben mit dem Nachteil dass Bäume schon mal 30-50 Euro kosten können oder tut es auch der Aktions-Obstbaum vom Diskounter unter 10 Euro? Denn bei Letzterem lassen sich doch gleich mehrere Bäume um dasselbe Geld pflanzen oder weniger Bäume aber preiswerter setzen und hier dreht es sich um’s Sparen?

Diese Frage ist nicht ganz so leicht zu beantworten. Will man spezielle Bäume und Obstsorten haben, wähle man auf jeden Fall immer die Baumschule des Vertrauens. Denn hier bekommst du kompetente Beratung und solltest mit ziemlich hoher Sicherheit auch das bekommen was am Etikett draufsteht. Wenn nicht, weisst du wo du reklamieren kannst.

Wenn man bedenkt, dass 1kg Obst am regionalen Wochenmarkt in der Saison auch schon mal 10 Euro kosten kann, dann hat sich selbst so ein Baum um 30 oder 50 Euro schon im ersten Ertragsjahr amortisiert und liefert ab diesem Zeitpunkt kostenloses Obst, mit ein bisschen Glück, sogar lebenslang. Da ein Baum etwas Zeit benötigt zum Anwachsen und fruchten und man mit diesem eine gewisse Zeit lang leben wird und später die Ernte genießen möchte, sollte man daher nur Sorten pflanzen, die man auch unbedingt haben will. Daher unbedingt vor dem Pflanzenkauf auf die Sortenwahl achten und man kann es nicht oft genug wiederholen – informiere dich ganz genau vorher. Das erspart dir am Ende jede Menge Ärger.

Ein Supermarkt-Aktionsbaum kann gute Ergebnisse bringen und man kann durchaus zufrieden damit sein. Ein Vorteil ist oft, dass es sich um kleinwüchsige Buschbäume, Spindelbüsche oder Halbstämme handelt. In kleinen Gärten sind diese kleinen oder gar Mini-Obstbäume, wie das sogenannte „Säulenobst“, eine wunderbare Ergänzung und ja diese Bäume sind preiswert und man kann sich davon ruhig mal mehrere gönnen. Man muss sich aber auch etwas auskennen. Lebt der Baum überhaupt noch, ist es ganz sicher die Sorte, die am Etikett draufsteht (Kernobst von Steinobst optisch sollte man selber schon unterscheiden können, der Rest ist eher Vertrauenssache, denn erst wenn es die ersten Früchte gibt, kann man bei der Sorte wirklich sicher sein) und weiß ich über diese spezielle Obstsorte Bescheid? Passen all diese Ausschluss-Kriterien und handelt es sich auch noch um die gewünschte Sorte, dann unbedingt zugreifen bei dem Schnäppchen.

Vor einem Obstbaumkauf sollte man sich, wie schon erwähnt, dringend über die unterschiedlichen Sorten, Befruchtungsverhältnisse, Reifezeitpunkte, Lagereignung, Verwertungsmöglichkeiten, Krankheiten und um das Wichtigste überhaupt den Geschmack der Sorte informieren. Nichts ist deprimierender als nach ein paar Jahren draufzukommen, dass die Sorte ein Fehlkauf war. Sie ist nicht steinlösend, lässt sich nicht für Kuchen verwenden, übersteht Einfrieren nicht gut, eignet sich nur zum Frischekonsum und nicht zum Backen usw.. Sie muss einfach für die eigenen Bedürfnisse passen. Im schlimmsten Fall ärgert man sich jahrelang darüber und hat keine Freude damit, muss den Baum roden oder hat irgendwann die Chance eine Umveredelung zu versuchen um den Baum ordentlich zu nutzen. Selbiges gilt natürlich für Sämlingsbäume, die wild im Garten aufgegangen sind oder die man geschenkt bekommen hat. Das kann gut funktionieren, muss es aber nicht. Denn erst nach einigen Jahren schmeckt man das Ergebnis und lernt selber mehr über die Früchte des Baumes und ihre Verwertungsmöglichkeiten. Es gibt also keine Referenz dazu und der Baum ist vermutlich ein genetisches Unikat. Viele der bekannten Sorten sind genau aus solchen Zufallssämlingen entstanden und mit etwas Glück hat man richtige Freude damit. Es kann aber auch ein mittelprächtiges oder eher mieses Ergebnis dabei herauskommen.

Was nützt ein wilder Apfelbaum, der im Herbst reichlich Äpfel liefert und ein wahrer Massenträger ist, die Äpfel aber schon Ende September bis Anfang Oktober nicht mehr gut lagerfähig sind? Wer die Möglichkeit hat, kann hier Apfelsaft mosten. Das würde aber mit jeder anderen, edleren Apfelsorte auch funktionieren. Wer genug Platz im Garten hat, freut sich einfach über das Geschenk der Natur. Wer begrenzte Möglichkeiten hat und den ersten Apfelbaum überhaupt setzen möchte, sollte lieber über Alternativen nachdenken. Bei begrenztem Platz wäre auch das Veredeln, mehrere Apfelsorten auf einem Baum, eine coole Idee mehr Abwechslung auf kleinem Raum zu haben.

Es ist ebenfalls ärgerlich wenn der Baum im Frühling immer schön blüht aber der kleinste Spätfrost killt in Folge alle Fruchtansätze und es gibt nur in wenigen Jahren Ernten. Hat man mehrere Bäume und verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Erntezeitpunkten, kann man Ernteausfälle bei einzelnen Obstbäumen immer leichter verkraften. Diversität ist bei Selbstversorgung immer das oberste Ziel.

Marillenbäume

Ich würde Obstbäume nach Essgewohnheiten wählen. Wer gerne Marillenmarmelade bzw. Aprikosenmarmelade isst, ist mit einem Marillenbaum gut beraten, auch wenn diese nicht immer ganz zuverlässig sind und mitunter auch schon mal plötzlich absterben können. Hier reicht schon eine kleine Ernte für dieses Vorhaben des Marmeladeeinkochens. Marillen lassen sich problemlos halbieren und entsteinen, zu Marillenmarmelade oder Marillenkompott verkochen oder die Marillenhälften einfrieren und später nutzen.

Die frühreifende Aprikose de Nancy ist zwar schon Ende Juni erntereif aber leider in unserem Garten spätfrostgefährdet. Daher würde ich zu Bergeron oder einem anderen Aprikosenbaum tendieren um mehr Versorgungssicherheit zu haben, da deren Blüten und Früchte normalerweise nicht spätfrostgefährdet sind. Die Früchte von Bergeron sind erst im August reif und so lässt sich auch noch zu einem späteren Zeitpunkt Marillenmarmelade einkochen.

Du siehst schon an diesem kleinen Beispiel, dass du mit beiden Bäumen im Garten sogar 2x in der Saison Marillen ernten und verarbeiten könntest, einmal recht früh aber unsicher im Sommer und einmal etwas später aber dafür sicherer. Dies ist insofern interessant da du mit kleineren Buschbäumen viel mehr Vielfalt pflanzen kannst. Du hast gleichzeitig keine riesige Flut an plötzlich auftretenden Erntemengen, die du kaum noch essen und verwerten kannst, weil jeder Baum klein gehalten wird. Zudem hast du auch etwas Zeit bis der nächste Baum zu beernten ist und Abwechslung beim Naschen. Und sollte ein Baum plötzlich eingehen und absterben oder Frostschäden oder sonstige Krankheiten haben, besteht noch die Chance dass ein zweiter Obstbaum von einer anderen Sorte dich nicht im Stich lässt.

Idealerweise setzt du natürlich verschiedene Obstarten um durch das ganze Jahr hindurch gut versorgt zu sein. Wenn es der Garten platzmäßig hergibt und du klug verschiedene Sorten wählst, kannst du fast nahtlos von Mai bis November immer frisches Obst ernten.

Zwetschenbäume

Mit Steinobst wie Zwetschgen, Pflaumen oder Mirabellen bist du in der Regel ebenfalls gut aufgestellt. Meist sind sie selbstfruchtbar und wenn man ihnen genug Platz gibt, können sie wahre Massenträger werden. Sie versorgen dich recht zuverlässig und praktisch ohne größere Ausfälle jedes Jahr mit Pflaumen.

Wähle hier eine steinlösende Sorte, die sich zum Einfrieren, Backen und Konservieren eignet. Die klassische Sorte ist die Hauszwetschke aber es gibt noch eine Vielzahl anderer wie President, die als besonders spätreifende Zwetsche gilt. Die entsteinten Zwetschgen lassen sich für später optimal einfrieren.

Will man schon im Sommer Frühzwetschgen oder Sommerpflaumen direkt vom Baum essen, kann man die große grüne Reineclaude, Mirabelle de Nancy, The Czar oder Ontariopflaume in Betracht ziehen. Wer mag kann auch die Wildform, das Kriecherln, die Kirschpflaume, in den Garten setzen. Diese Bäume sind besonders robust. Die Früchte sind säurebetont, meist gelb bis rötlich, klein wie Kirschen, nicht steinlösend und nicht zur Lagerung geeignet. Aus Kriecherln macht man vorwiegend Kompott- oder Konfitüre, wo die Steine beim Aufkochen der ganzen Früchte entfernt werden müssen. Manchmal sind die Übergänge auch fließend und die Bezeichnung Kriecherln und Mirabellen werden synonym gebraucht.

Kirschenbäume

Süßkirschen lassen sich in der Regel nur schwer entkernen, sind saftarm und anfällig für Würmer, außer man pflanzt sehr frühe oder sehr späte Sorten (die Süßkirsche „Rote Späternte“ reift erst im August/September!) und sie brauchen meist eine Befruchtersorte. Daher ist Sauerkirschen bzw. in dem Fall selbstfruchtbaren Schattenmorellen-Buschbäumen der Vorzug zu geben. Auch deswegen weil die Früchte mit dem Kirschentkerner entkernt werden müssen und dadurch recht arbeitsintensiv sind, gebe ich hier nur eine bedingte Eignung ab. Der Vorteil von Sauerkirschen ist, dass sie auch im Schatten einer Hauswand gut gedeihen und keine besonderen Ansprüche stellen. Die kleinen Bäumchen lassen sich problemlos unterbringen und liefern auch recht zuverlässig und ohne Krankheitsanfälligkeit ab Ende Juni/Anfang Juli süß-saure Kirschen zum Naschen, Einmachen oder Einlegen in Alkohol. Zeitlich sind sie auch zwischen Marillen und Sommerpflaumen reif und erweitern einfach das Obstangebot im Garten.

Apfelbaum, Birnbaum

Zu den klassischen Obstbäumen zählen Apfelbaum und Birnbaum. Hier würde ich zu Lagerobst tendieren um im Herbst/Winter laufend frische Äpfel und/oder Birnen vorrätig zu haben. Klaräpfel sind zwar schon ab Juli erntereif, lassen sich aber nicht lagern und ergeben maximal Apfelmus, das man einkochen könnte.

Bei reicher Herbsternte von Äpfeln lässt sich Apfelsaft bzw. Apfelmost herstellen. Allerdings ist die Herstellung aufwändiger als bei Traubenmost und erfordert eine Obstmühle zum Zerkleinern der Äpfel vor dem Pressen. Hat man sehr viele Äpfel und weiß, dass diese eine Lagerung nicht überstehen werden, kann es sich rentieren Most selber herzustellen. Besser ist man natürlich beraten von den Lageräpfeln im Winter laufend Apfelmus zu kochen, da bis auf das Kerngehäuse der gesamte Apfel verwertet wird.

Bei selbstgemachtem Apfelmost liegt die Ausbeute im Bereich 40-50% und es fällt ein größerer Anteil an Apfeltrester an, der auf dem Kompost landet und nicht gegessen wird. Das macht bei Selbstversorgung wenig Sinn, außer man hat sehr viele Äpfel und die Safterzeugung ist eine ideale Ergänzung um große Ernteüberschüsse noch gut verwerten zu können ehe vielleicht zu viele Äpfel plötzlich schlecht werden würden.

Pfirsischbaum, Mandeln und Nüsse

Pfirsichbäume, Nektarinen und Tellerpfirsiche und damit verwandt der Mandelbaum, die Süßmandel. Die Bäume der Pfirisch-Familie sind etwas schnitt- und pflegeaufwändiger als andere Obstbäume und ihre Lebenserwartung ist nicht ganz so hoch wie das anderer Obstbäume. Dennoch setzt der Ertrag relativ früh ein und bei Wechselschnitt kann er über mehrere Jahre konstant gehalten werden.

Bei Mandelbäumen hat man zudem die Option selber fettreiche Samen, Süßmandeln, zu ernten. Ein ausgewachsener kleiner Mandelbaum kann 5-10+kg Mandeln liefern und damit den Jahresbedarf eines Erwachsenen decken. Da Mandelbäume im Vergleich zu Walnussbäumen kleiner sind und schneller wachsen, bringen sie schnelleren Ertrag.

Ähnlich schnell kommen Haselnusssträucher in wenigen Jahren in Ertrag und liefern zudem auch noch gerade Äste, die sich beim Rückschnitt für Gartenbefestigungen, Pflanzstäbe oder zum Heizen im Winter eignen.

Ein Walnussbaum trägt erst nach 10-15 Jahren zum ersten Mal Nüsse. Allerdings kann man von einem ausgewachsenen Walnussbaum auch 20-30kg Nüsse ernten und wäre damit ganzjährig mit fettreichen Nüssen, in denen das wertvolle Walnussöl enthalten ist, versorgt. Ein großer Walnussbaum macht erstens sehr viel Schatten und braucht andererseits auch sehr viel Platz, während Haselnusssträucher am Gartenzaun entlang wachsen können.

Wildobst und winterharte Exoten im Garten für Selbstversorger

Tja hier wurden bislang nur die klassischen Obstarten behandelt, doch in einem Selbstversorger-Garten muss auf jeden Fall noch ausreichend Platz für Wildgehölze und winterharte Exoten frei sein. Denn erst durch die Vielfalt macht Obst aus dem eigenen Garten erst so richtig Spass. Hier ein kleiner Überblick Was im Jahreskalender Wann beerntet werden kann.

Zwar nicht direkt Obst sondern mehr Gemüse, der Rhabarber. Wenn er mal angewachsen ist, kann er große Stauden bilden, die im Frühling ab April bis Mai beerntet werden können. Kompott, Saft, Sirup, Marmelade oder Kuchenbelag kannst du aus Rhabarber machen. Hat sich mal eine Staude in einem ungenutzten Eck, beim Kompostplatz oder unter Bäumen etabliert, kannst du sie jahrelang nutzen.

Sibirische Honigbeere, Maibeere oder einfach Haskap genannt, liefert, im Gegensatz zur anspruchsvolleren Heidelbeere und anderen Moorbeetpflanzen wie der Cranberry oder Preiselbeere, schon Anfang Mai die ersten blauen kleinen Beeren und wächst auf normalem Gartenboden. Sie ist damit das erste Beerenobst, das im Garten die Beerensaison einläutet. Ebenso einfach wie Johannisbeeren oder Stachelbeeren lassen sich auch Haskaps vermehren und schon bald hast du deinen eigenen Fruit Garden.

Ab Juni und Juli gibt’s dann auch die ersten Johannisbeeren und Stachelbeeren zu ernten.

Dein Platz ist begrenzt aber du möchtest doch den Geschmack von Maulbeeren nicht missen? Setzt dir eine Zwergmaulbeere, diese bleibt sehr klein und wird nicht viel größer als ein Johannisbeerbusch. Der Zwergmaulbeeren-Strauch schenkt dir ab Juni bis Juli die ersten schwarzen Maulbeeren.

Die Felsenbirne bzw. die aus Kanada stammenden Saskatoon Sträucher liefern dir ab Juni leckere dunkle an Heidelbeeren erinnernde Früchte, die sich zum Verarbeiten eignen. Da die Sträucher größer werden, steigt damit auch der Ertrag kontinuierlich.

Die Japanische Weinbeere ist mit Himbeere und Brombeere verwandt und ein mehrjähriger winterharter Beerenstrauch, der dir reiche Ernte ab August beschert.

Goji Beeren werden auch im Hochsommer reif und das Superfood eignet sich getrocknet für Müsli oder wird frisch vom Bocksdorn Strauch genascht.

Wer mag kann auf winterharte Feige (selbstfruchtbar sollte die Feigen-Sorte aber sein!) und Mini-Kiwi, falls Spalier vorhanden, setzen.

Ein anderes Wildobst ist der schwarze Holunder, der ebenfalls im August erntereif wird und in vielen naturnahen Gärten zu finden ist.

Der Dirndl-Busch blüht nicht nur im Frühling schön gelb und ist eine Bienenweide. Im September werden die roten Kornelkirschen reif, die sich zum Verarbeiten anbieten.

Im September sind auch die Apfelbeeren bzw. Aronia reif und werden zu Marmelade, Aroniasaft oder Mischsäften (Apfel-Aronia-Saft) verarbeitet. Ein Aronia Strauch kann gut 10kg Früchte tragen und liefert verlässlich jedes Jahr Früchte zur Verarbeitung.

Wer es exotisch mag kann auch eine Indianerbanane (Asimina triloba) setzen. Der Baum wächst sehr langsam und hat anfangs nur wenige und unregelmäßige Ernten. Allerdings ist dieser aus Nordamerika stammende winterharte Exot frostfest bis -25°C und bereichert das Frisch-Obstangebot im September mit einer an Mango, Banane, Ananas und von der Konsistenz an Avocado erinnernden Frucht – und das in Österreich bzw. Schweiz, Deutschland (Europa).

Die Früchte der Ölweiden werden je nach Sorte im Februar-April, Juni-Juli und im September reif. Da die Sträucher sehr ausdauernd sind, trockenresistent und selber Stickstoff sammeln, sind sie sehr pflegeleicht.

Zierquitten sind rot-orange blühende Ziersträucher, deren Früchte im Herbst reifen und genauso wie die Früchte echter Quitten zu Gelee verarbeitet werden können.

Die Chinesische Dattel, rote Dattel oder chinesische Jujube, ein winterharter asiatischer Obstbaum, liefert frische apfelähnliche Früchte, die später am Baum dattelartig eintrocknen und eine Marshmallow Konsistenz mit süßem Dattel-Geschmack aufweisen.

Wer mag kann auch Nashi-Birnen pflanzen, die normalen Birnen im Anbau ähnlich sind.

Echte Quitten werden ab Oktober erntereif und lassen sich optimal zu Quittenkonfekt oder Quittenmarmelade einkochen. Sie sind sehr ertragreich, liefern hohe Erträge und das im Winter.

Sanddorn ist DIE Vitamin-C-Quelle im Winter und die Sanddorn-Beeren können frisch vom Strauch genascht werden. Sie lassen sich auch wunderbar zu Sanddornsaft oder Sanddornkonfitüre einkochen.

Mispeln oder Asperln werden im November erst nach dem ersten Frost essbar und weich. Sie können frisch vom Baum gegessen oder zu Mispel-Konfitüre verarbeitet werden.

Kaki Bäume sind teilweise auch winterhart und die Früchte reifen ebenfalls erst nach dem ersten Frost. Dann verlieren sie ihre Bitterstoffe, werden weich und können gegessen werden.

Schlehen benötigen ebenfalls Frost. Allerdings bestehen die Früchte des Schwarzdorns aus einem großen Steinkern und sind beliebt bei Vögeln. Aus ihnen lassen sich vorwiegend Schlehen-Likör und Schlehenbrand erzeugen. Der Anbau ist im Privatgarten wenig sinnvoll, da die Erträge eher gering sind. Allerdings ist der Schlehdorn im Frühjahr mit seinen vielen weißen Blüten eine wahre Augen- und Bienenweide und unterstützt das Nektarsammeln der Honigbiene und von anderen Insekten im zeitigen Frühling.

Lediglich die Kap-Stachelbeere oder Inkapflaume muss, ähnlich wie Tomaten, jedes Jahr frisch angebaut und im Frühjahr Indoor vorgezogen werden. Ebenfalls zählen hier Melonen (Wassermelone, Zuckermelone oder Honigmelone) dazu, die wie Gurken, Kürbisse und Zucchini jedes Jahr neu angebaut werden müssen.

Gemüsepflanzen für den Selbstversorgergarten

Zu den ausdauernden Pflanzen im Gemüsebeet zählen die mehrjährigen Gewürzpflanzen und Kräuter – z.b. Salbei, Thymian, Rosmarin, Majoran, Lavendel, Oregano, Colakraut (Eberraute) oder Liebstöckel. Einmal gekauft, lassen sich diese durch Ableger und Stecklinge weitervermehren und man hat viele Jahre Freude daran und spart, durch selbst getrocknete Kräuter oder frisch aus dem Garten geholt, eine Menge Geld über die Zeit.

Die zweite Möglichkeit viel Geld zu sparen ist durch selbst geerntetes Saatgut. Das funktioniert bei Paprika, Tomaten, Gurken, Kürbisgewächsen und Bohnen sehr gut. Lässt sich aber auch auf viele weitere Gemüsesorten ausdehnen, wenn man die Pflanzen extra für die Samengewinnung länger am Feld stehen lässt. Auch Gemüse aus dem Supermarkt kann so selbst wieder ausgesät werden – mal mit besseren, mal mit schlechteren Ergebnissen, da es sich manchmal um Hybriden handeln kann, die in eine andere Pflanze zurückschlagen oder unfruchtbar sind. Bei Paprikas hat es allerdings immer sehr gut funktioniert die Samen der Supermarkt Paprikas zu ernten und wieder auszusäen. Ausgewachsene Kartoffeln, die man nicht mehr essen mag, eignen sich als perfektes Saatgut, wenn man diese nicht auf dem Kompost entsorgen möchte.

Da die Selbstversorgung von Juni bis September in der Regel wenig Probleme macht und von den bekannten Gemüsesorten einiges auf den Teller kommt, ist es gerade im Winter etwas mager. Daher wurde hier besonders darauf geachtet Wintergemüse, das am Feld stehen bleiben kann, zu erwähnen: Grünkohl, alle Arten von Rüben und Schwarzwurzeln.

Frühkartoffeln kann man nach der Ernte im Juli noch ein weiteres Mal anbauen. Oder man verwendet das leere Feld für Buschbohnen oder für Grünkohl der über den ganzen Winter am Feld stehen kann. Mit Kartoffeln hast du ein stärkereiches lagerfähiges Lebensmittel mit dem du gut durch den Winter kommst, sofern die Kartoffelernte gut gelagert wird.

Frühreife Buschbohnen wie z.b. Saxa sind schon nach 60 Tagen erntereif und sie können gleich 2x hintereinander abgebaut und bis Saisonende am Feld stehenbleiben. Das ergibt ne richtig große Ernte an grünen Bohnen. Diese enthalten zudem auch noch Eiweiß und sind sehr wertvoll und gesund. Kletterbohnen und Stangenbohnen nehmen mit Vorliebe auch gerne Randbezirke im Garten in Beschlag und klettern auf Rankgitter und Zäune. Die getrockneten Bohnen sind lange haltbar und können auch als Saatgut wieder verwendet werden.

Grünkohl oder Krauskohl wächst sehr unkompliziert und braucht im Gegensatz zu anderen Kohlarten kaum Pflege. Während Brokkoli eher anspruchsvoll ist und Blumenkohl und Kohlsprossen vergleichsweise wenig Ertrag liefern, kann man die Blätter vom Grünkohl laufend ernten. Krauskohl bleibt auch im Winter am Feld und versorgt dich mit Nährstoffen. Er wird sogar erst richtig gut, wenn er Frost abbekommen hat und mit 40g Eiweiß pro kg und ungesättigten Fettsäuren, ist Grünkohl ein Alleskönner. Um auch schon im Frühjahr Kohlgemüse ernten zu können, bietet sich der Spargelkohl an, der ebenfalls am Feld überwindert.

Pastinaken sind schon seit der Antike bekannt und sehr anspruchslos. Sie erinnern etwas an Karotten welche sich auch zum Anbau anbieten würden.

Bei den Blattgemüsen ist Spinat zu nennen. Dieser wächst bei Hitze im Sommer leider sehr schnell aus und ist nicht die beste Wahl. Ersetze Spinat einfach durch Brennessel, die wächst oft sogar kostenlos im gut gedüngten, stickstoffreichen Garten und pflanz etwas Mangold an. Die Stiele vom Mangold sind ein kostengünstiger Ersatz für Spargel und die Blätter können zu Spinat verarbeitet werden. Zudem ist Mangold sehr ausdauernd und ertragreich. Auch eine Alternative wäre Portulak. Dieser säht sich immer wieder selbst aus und braucht nur geerntet zu werden.

Zucchini aller Art wachsen sehr anspruchslos und liefern hohe Erträge den ganzen Sommer hindurch. Auch wenn sie sich am Saisonende noch eine Zeit lagern lassen, pflanze zusätzlich für den Wintervorrat Hokkaido oder andere Kürbisse und Ölkürbisse. Ölkürbisse sind essbar haben aber eher einen rustikalen und nicht ganz so feinen Geschmack. Sie liefern dir aber Kürbiskerne ohne harter Schale, die sich perfekt zum Rösten anbieten und umgehend gegessen werden können. So nimmst du das wertvolle Kürbiskernöl in Samenform zu dir, gönnst dir Eiweiß und Ballaststoffe obendrein und es reichen schon 1-2 Eßlöffel am Tag. Kürbissuppe mit gerösteten Kernen als Topping ist ein sättigendes und preiswertes Kürbis-Wintermenü. Die Kürbiskerne anderer Sorte wie von Hokkaido sind hart und besitzen außen eine Schale. Das macht sie unattrakiv und sie sind teilweise leider ungenießbar.

Salatgurken und Tomaten wachsen ausgesprochen gut und sind bei minimaler Pflege sehr ertragreich. Wenige Pflanzen decken schon den Sommerbedarf. Bei Tomaten bietet es sich an Tomatensoße zu machen und diese einzukochen oder einzufrieren und zu bevorraten.

Pflücksalat bringt zwar keinen Kaloriengewinn, wächst aber recht gut den ganzen Sommer lang und verfeinert Salate ungemein. Auch im Winter am Fensterbrett lassen sich Asia Salate und Pflücksalate anpflanzen. Gekeimte Sprossen benötigen nicht mal Erde oder einen Garten und können ganzjährig gegessen werden. Das sollte man immer noch als Backup im Hinterkopf behalten. Gekeimte Sprossen sind auch eine Notration während einem Blackout oder einer anderen Katastrophe, wenn man in einem Innenraum Nahrung beschaffen muss. Etwas Wasser und getrocknete Samen in einer Schale reichen hierfür völlig aus und in ein wenigen Tagen gibt es frisches gesundes Grün am Teller.

Schwarzwurzeln können über Winter am Feld bleiben und werden je nach Bedarf geerntet.

Rettiche sind im Gegensatz zu Radieschen ertragreicher und gehen nicht so leicht in die Blüte.

Sehr ertragreich sind Rote Rüben, Gelbe Rüben und Stoppelrüben. Sie bleiben ebenfalls am Feld und werden bei Bedarf geerntet.

Der Anbau von Zwiebel und Knoblauch ist ebenfalls denkbar einfach. Allerdings werden von Zwiebeln rund 200-300 Pflanzen benötigt, wenn man damit über’s ganze Jahr kommen möchte. Hat man genug Platz und Saatgut, weil selbst vermehrt – Go! Bei Steckzwiebeln stellt sich wiederum die Frage der Wirtschaftlichkeit weil diese im Vergleich zu gekauftem Zwiebel in Relation nicht gerade viel billiger sind.

Wasserversorgung im Garten

Die Wasserversorgung ist ein zentrales Thema. Hier ist vorallem die Versorgung der Pflanzen gemeint. Stell unter jeder Dachrinne ein Regenfass auf und sammle Regenwasser. Das ist zur Zeit noch kostenlos und du benötigst nur eine Gießkanne um deinen Garten zu wässern. Falls das Fass etwas höher steht, reicht sogar nur ein Schlauch, der am Hahn montiert wurde, und schon kannst du deine Pflanzen gießen.

So sammelst du immer ausreichend Wasser und bist auch während Dürreperioden versorgt. Selbst wenn du einen Hausbrunnen nutzt, musst du das Wasser mit einer Pumpe fördern und diese verbraucht Strom, im besten Fall selbst erzeugten Solarstrom.

Eine preiswerte Wasserpumpe mit durchschnittlicher Leistung verbraucht ca. 800 Watt in der Stunde. Wenn du von Mai, Juni, Juli bis August jeden 3.Tag also rund 10 Tage im Monat, für jeweils 1h gießt, ergeben sich 40 Tage x 1h x 800 Watt = 32 Kwh Strom zu rund 30 Cent (Stand Juni 2022) ~ 10 Euro.

Oft wirst du aber öfter gießen müssen, manchmal auch täglich, wenn es besonders heiß ist. Jungpflanzen müssen ebenfalls öfter gegossen werden. Im schlimmsten Fall, der Klimawandel kommt noch hinzu, gießt du ganze 120 Tage lang und es ist nicht gesagt, dass der Strompreis nicht ebenfalls Dank Inflation noch weiter steigt. Dann macht das bisserl Wasser für den Garten schon mal 30 Euro aus und das in nur einer Gartensaison.

Kommt das Wasser nicht vom Hausbrunnen sondern von der Wasserleitung sind das mal 1000L/h (Annahme Verbrauch 1000L Wasser pro Stunde)  also 40.000 Liter bzw. 120.000 Liter oder 400hl bzw. 40m³ bzw. 1200hl/120m³ bei rund 3 Euro/m³ (Stand Juni 2022) sind das ein sattes + von 120 Euro bzw. 360 Euro.

Noch interessanter ist es hier dann schon zu überdenken die Toilettenspülung durch Brauchwasser, Regenwasser zu ersetzen und kostbares Trinkwasser zu sparen, wenn die Preise weiter in die Höhe klettern.

Eine Zeitschaltuhr und eine automatische Bewässerung ist ebenfalls eine Möglichkeit Geld zu sparen auch wenn diese und das Gießen selbst erstmal Geld kostet. Aber auf lange Sicht ist es möglich Jungpflanzen vor dem sicheren Hitzetod zu retten und mehrere Teile des Gartens gleichzeitig zu bewässern. Selbst dann wenn man tagsüber im Job beschäftigt ist und gar keine Möglichkeit hat zu gießen. Die Kosten und Mühen der geretteten Pflanzen und das regelmäßige Gießen machen sich bei den Erntemengen am Ende wieder bezahlt.

Der Vorteil von Obst- und Beerensträuchern ist, dass diese kaum gewässert werden müssen und auch schon mal gut ganz ohne zusätzliches Wasser auskommen können. Dies sollte man auch hier beim Thema Gießen nochmals erwähnen.

Kompost und Hochbeete für den Selbstversorger Garten

Von Küchenabfällen, Haustierabfällen bis Kartonage lassen sich alle Arten von Biomüll kompostieren. Und ja zwei oder mehr Komposthaufen zu haben, sind nicht zu viele. Du solltest immer zumindest einen Komposthaufen haben, der rasten und reifen kann und einen, der laufend frisch befüllt wird.

Fallen größere Mengen an Ästen beim Baum- und Strauchschnitt an, wäre auch der Bau eines Hochbeetes eine Überlegung wert. Liegen noch irgendwo alte Ziegel oder Betonsteine im Garten herum? Perfekt denn, wenn in ausreichender Menge vorhanden, ist ein DIY Hochbeet schnell aufgebaut. Unten kommen Zweige, Äste, Reisig und jede Menge grober schwer kompostierbarer Grünschnitt rein. Dann folgt Gartenerde und obendrauf frische aber reife Komposterde. Der Bau rentiert sich meiner Meinung nur, wenn all diese „Zutaten“ vorhanden und entbehrlich sind.

Tipp: Plane den Bau deiner Hochbeete im Frühjahr am Besten so ein, wenn dein Mistplatz oder deine Gemeinde wieder mal eine Gratis-Kompost-Aktion hat (meist im April) und du dir so viel Kompost mitnehmen kannst wie du tragen kannst.

Alternativ dazu solltest du im Frühling sowieso deinen eigenen Komposthaufen öffnen und den reifen Kompost rausschaufeln. Ein neu angelegtes Hochbeet ist die perfekte Gelegenheit deinen Kompost zu nutzen. Und zwar kommt der Kompost nur auf die oberste, letzte Schicht deines Hochbeetes.

Rotiere ggf. auch mit deinen Hochbeeten und schaufle die Erde von einem älteren Hochbeet in ein frisch angelegtes Hochbeet um. Du wirst feststellen, dass in den tieferen Schichten, wo sich sonst die groben Äste befanden, bester Kompost entstanden ist und sich die Biomasse wunderschön zersetzt hat. Meist dauert der Vorgang ein paar Jahre und auf diese Weise sparst du dir das unnötige Entsorgen von Grünschnitt und kannst alles im Garten selber weiter nutzen. Und weil sich der Grünschnitt so toll mit der Zeit zersetzt, rate ich von Holz als Material für Hochbeete dringend ab, außer es hat nichts gekostet und es ist egal dass das Hochbeet nur eine begrenzte Zeit halten wird. Denn mit der Zeit wird das Holz vom Hochbeet ebenfalls kompostiert und zersetzt. Die Anschaffung eines hübschen, teuren Hochbeetes rentiert sich daher nicht und ist reine Geldverschwendung auch wenn es hübsch aussieht.

Hochbeete sind aber nur für bestimmte Gemüsesorten optimal, etwa um Schnecken fernzuhalten oder um z.b. Salate leichter ernten zu können. Robuste Gemüsesorten wie Zucchini oder Rüben, Grünkohl oder Kartoffeln können bedenkenlos in den normalen Gartenboden gepflanzt werden. Das spart den Aufwand und die Kosten ein Hochbeet zu bauen und Hochbeete sind zum Anbau robuster Gemüsearten nicht notwendig.

Holzasche, die beim Grillen oder Heizen anfällt, ist ebenfalls ein guter Dünger für deine Beete. Allerdings solltest du diese sparsam einsetzen. Wenn du auf der Suche nach einem schnell wirksamen Flüssigdünger bist, stehen dir Pflanzenjauche und sogar die umstrittene Urin-Düngung zur Verfügung, wenn du nicht davor zurückschreckst.

Pflanze nur an, was du auch verwerten kannst

Selbstversorgung nimmt viel Zeit in Anspruch, sowohl der Anbau der Pflanzen als auch die Ernte und die Verarbeitung. Was oft nicht bedacht wird, ist dass Pflanzen einfach zu schnell und zu viel fruchten und man mit der Erntemenge überfordert oder durch Zeitmangel schlichtweg nicht in der Lage ist zu ernten.

Ungenutztes Obst von Beerensträuchern und Obstbäumen wird teilweise von Vögeln verwertet oder fällt ungenutzt zu Boden und verrottet. Das ist zwar schade aber gleichzeitig wird dadurch der Boden unter dem Baum gedüngt. Diese Kulturen sind mehrjährig und der Aufwand sie zu pflegen ist bis auf einen Schnitt hin und wieder und der Ernte minimal. Oft müssen sie nicht mal gegossen werden und liefern jedes Jahr gute Erträge. Bei Gemüse ist es anders und es wäre schade, wenn der ganze Pflegeaufwand und die Stunden der Bewirtschaftung und des Gießens zu Nichte gemacht werden, weil du deine Ernte letztendlich nicht verwerten konntest. Dann hast du am Ende gar nichts gespart und musst im schlimmsten Fall erst wieder zum Supermarkt gehen und einkaufen.

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