FAQ Fragen und Antworten Fruchtwein

FAQ Fragen und Antworten zum Thema Fruchtwein

Q&A Fruchtwein: Wir haben eine Reihe von häufig gestellten Fragen (FAQ) zum Thema Fruchtwein zusammengestellt. Wir versuchen euch Antworten darauf zu geben.

Ist Fruchtwein wirklich Wein?

Fruchtwein wird aus Äpfeln, Beeren oder anderen Früchten gemacht. Selbst aus Pfirsichen, Marillen, Wassermelonen oder Ribiseln. Natürlich kann Fruchtwein auch aus Holunder oder gar Ananas gemacht werden. Alle Früchte, die zum Genuss geeignet sind, lassen sich zu Fruchtwein vinifizieren. Genaugenommen handelt es sich bei Fruchtwein um ein weinähnliches Getränk. Wein darf das Getränk strenggenommen rechtlich nur heißen, wenn es aus Trauben hergestellt wurde. Aber Weinbeeren sind nichts anderes als Beeren… und die Herstellung ist bei Fruchtwein und Traubenwein fast ident. Alle anderen -weine müssen den Rohstoff, aus dem sie herstellt werden, im Namen tragen, z.b. Erdbeerwein. Ein Oberbegriff ist Beerenwein bei allen Arten und Beeren oder Obstwein bei Äpfeln und Birnen. Fruchtwein bezeichnet alle anderen Früchte und auch Mischungen verschiedener Obstarten.

 

Wie schmeckt Fruchtwein?

Er schmeckt ein wenig nach Frucht und ein wenig nach Wein und doch ganz anders. Fruchtwein schmeckt auch anders als Fruchtlikör. Er hat eine breitere Aromatik und zusätzliche Aromen von der Fermentation des Fruchtsaftes zum fertigen Fruchtwein erhalten. Wenn man bestimmte Früchte mag, stehen die Chancen gut, dass man auch den Fruchtwein daraus mögen wird.

Ist Österreich ein Fruchtwein-Land?

Österreich ist für seine Rotweine und vor allem die Weissweine weltweit bekannt. Feine Auslesen und Eisweine werden bis nach New York und Japan exportiert. Aber von Fruchtwein hört man recht wenig. Auch in den Fachzeitschriften scheint das Thema kaum erwähnenswert. Den größten Anteil macht Most, Apfelwein aus. Neben Birnenmost und den Qualitätsobstweinen aus diesen beiden Obstarten sind dies die übergeordneten Produkte, die vorrangig im ländlichen Raum konsumiert werden. Andere Fruchtweine sind eher selten bis sehr selten obwohl es ein paar größere Erzeuger gibt, die im industriellen Maßstab produzieren und nach China und Osteuropa exportieren.

Sehr bekannt ist der Ribiselwein, der in der Steiermark und in Kritzendorf eine lange Tradition hat. Hinzu kommt der Erdbeerwein, der ebenfalls ein Klassiker ist. Hauptsächlich werden diese von regionalen Landwirten produziert, die üblicherweise auch über Ribiselsträucher, Himbeer-Pflückgärten und Erdbeerfelder verfügen. Sie erweitern mit diesen Nischenprodukten ihr Sortiment und haben so die Möglichkeit auch außerhalb der Saison noch ihre veredelten Produkte direkt zu vermarkten. In der Sommersaison und im Herbst wird auch oft „Himbeersturm“ angeboten, stürmischer Himbeerwein.

Alle anderen Fruchtweine sind eher Weinraritäten und werden in kleineren Mengen produziert. Kirschenwein, Kriecherlwein, Dirndlwein, Quittenwein und Quittenschaumwein. Hier muss man wirklich mit der Lupe nach Produzenten suchen. Aber man wird durchaus fündig. In Tirol wird beispielsweise Holunderbeerenwein und Moosbeerenwein erzeugt, also Heidelbeerwein. Ganz wenige Produzenten haben Apfeleiswein und Obstdessertweine im Sortiment und noch viel seltener ist Obstwermut.

Ich hatte einen Frucht-Cocktail aus dem Supermarkt. Ist das überhaupt Fruchtwein?

Es ist leicht (obst)weinhältige, aromatisierte Frucht-Cockails mit richtigen Fruchtweinen zu verwechseln. Hier wird einfach ein Basiswein, egal ob Obstwein oder Weißwein, mit (künstlichen) Aromen und manchmal auch Fruchtsaft versetzt. Das Getränk täuscht einem unwissenden Konsumenten vor richtiger Fruchtwein zu sein. Aber es ist nur ein Mixgetränk, das aus verschiedenen Getränkegrundstoffen zusammengesetzt wurde.

Oft wird zusätzlich mit Kohlensäure versetzt und das Produkt weist einen geringen Alkoholgehalt wie Bier auf. Manche Cider werden ebenfalls so hergestellt und kommen mit den unterschiedlichsten Berry-Aromen und in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen daher. Was sie alle gemeinsam haben ist ihr geringer Preis.

Weinhältige Getränke besitzen mind. 50% Weinanteil. Der Rest ist Wasser, Fruchtsaft, Zucker, Aroma und Kohlensäure. Das hat mit Fruchtwein rein gar nichts mehr zu tun. Es ist lediglich cheap & drinky und wird meist massenweise von Großkonzernen erzeugt.

Wonach schmecken Fruchtweine?

Der erste Faktor ist mal die Frucht aus der er erzeugt wurde. Hier gibt es unzählige Möglichkeiten an Obstarten und Geschmacksrichtungen. Alleine bei Äpfeln gibt es unzählige Sorten mit ganz eigenem Aroma. Sortenreine Apfelweine oder Mischungen aus Braeburn, Granny Smith, Golden Delicious, Macintosh oder Pink Lady und Fuji Äpfeln. Jede Sorte hat ein einzigartiges Aroma, eigene Farbe, Säure und speziellen Zuckergehalt.

Fruchtweine können auch als Mehrfruchtweine erzeugt werden und nehmen Aromen von unterschiedlichen Obstarten an.

Als nächstes haben wir den Zucker und wieviel davon zugesetzt wurde. Fruchtweinerzeuger können mit der Zugabe an Zucker den Alkoholgehalt des fertigen Produktes steuern. Es gibt Fruchtweine im Bereich von 1,2%Vol. bis 22%Vol. Alkohol. Die natürliche Schwankung für klassische Fruchtweine liegt bei 6%Vol. bis 14%Vol. Alkoholgehalt. Bei längerer Gärung entsteht mehr Glycerin, was den Wein vollmundiger und gehaltvoller macht.

Als nächstes kommt der Restzucker hinzu. Wird der Fruchtwein trocken belassen oder süss abgerundet. Trockene Weine sind komplexer und feingliedriger aber schwerer in Balance zu bringen. Dies hängt auch mit dem Säuregehalt zusammen. Trockene Weine können nur aus wenig sauren Obstarten und Mehrfruchtweinen erzeugt werden. Andernfalls wären sie unharmonisch.

Richtige Fruchtbomben haben etwas Restzucker. Denn der Restzucker hilft dabei die Aromen besser im Mund zu verteilen und den Säureanteil abzumildern. Dadurch ergibt sich ein rundes Gesamtbild. Wieviel Restzucker ist oft Erfahrungssache, wenn der Fruchtwein nicht übermäßig süss werden soll.

Dann haben wir die Wahl des Weinhefe-Stammes und die Zugabe von Enzymen. All dies hat einen Effekt auf das Aromenbild des Weines und gehört zu den Handwerkzeugen eines Fruchtweinerzeugers.

Zuletzt noch Lagerung und Fassausbau. Die meisten Fruchtweine werden in Edelstahltanks ausgebaut. Sie sollen ihr klares und feines Aroma behalten. Wenige Fruchtweine werden in Holzfässer und Barriques gelagert. Hier vor allem aufgespritete Dessertweine, die noch etwas an Komplexität durch das Holz gewinnen sollen.

Ist Fruchtwein süss?

Wie schon erwähnt, manche sind süss, andere nicht. Apfelweine werden in der Regel trocken ausgebaut, während Beerenweine oftmals einen kleinen Anteil an Restzucker bekommen. Professionelle Fruchtweinerzeuger tendieren in den Bereich Halbtrocken. Aber dies hängt auch mit dem Fruchtwein und seinem Alkoholgehalt zusammen.

Natürlich werden viele Fruchtweine süss ausgebaut und viele Menschen bevorzugen süße Fruchtweine. Es ist auch ein wenig eine Erwartungshaltung dabei. Denn Fruchtwein wird mit Sommer, Obst und Süsse in Verbindung gebracht. Aber süss ist ein dehnbarer Begriff. Sauerkirschen haben gleich viel oder mehr Zucker als Erdbeeren und erscheinen nicht süss zu sein.

In Österreich beginnen süsse Weine ab 45g/l Restzucker und müssen auch so etikettiert werden. Bei einem Wein mit 10g/l bis 14g/l Gesamtsäure ist diese Restsüße nicht unbedingt viel und der Wein kann gerade mal abgerundet schmecken. Durch den Säuregehalt kann er aber immer noch spritzig und frisch erscheinen. Klassische Rotweine oder Weißweine liegen mit 5g/l bis 8g/l Gesamtsäure deutlich niedriger und eine Restsüße von 45g/l kann hier schon deutlich süßer erscheinen.

Wir hatten auch schon Kunden, die meinten am Etikett steht süss drauf aber der Wein hat ja gefühlt gar keine Restsüße. Das kann schon sein, aber er hat immer noch deutlich über 45g/l Restzucker und ist somit als süss zu deklarieren, da können wir dann auch nichts machen. Wir könnten ihn natürlich noch süsser machen, damit der Zucker mehr in den Vordergrund tritt. Aber dann wäre er nicht mehr so in Balance wie wir es gerne möchten.

Viele Kunden bevorzugen nämlich keine vordergründig süssen Weine und werden alleine schon vom Wort „süss“ am Etikett abgeschreckt. Diese Erwartungshaltung können wir auch nicht entkräften. Außer der Wein wird verkostet und jeder Kunde bildet sich eine eigene Meinung darüber.

Wir hatten nämlich auch schon diverse Verkoster, die beim selben Wein meinten: der ist überhaupt nicht süss und könnte noch etwas Restzucker vertragen, während andere wiederum meinten, dass der Wein schon zu süss für ihren persönlichen Geschmack wäre. Jedem Recht getan ist eine Kunst, die niemand kann.

Ist Fruchtwein bekannt und populär und warum gibt es Fruchtwein selten in Geschäften zu kaufen?

Ja bekannt schon, weil es in bestimmten Regionen eine große Zahl an Mostern und Obstweinproduzenten gibt. Diese Produkte werden meist vor Ort konsumiert und gelangen nur in geringen Mengen in den Handel. Man sieht sie für gewöhnlich nicht in Supermärkten. Außer es handelt sich um Großerzeuger oder Genossenschaften. Alle anderen Erzeuger haben nur geringe Reichweite und erscheinen dadurch nicht flächendeckend im Handel. Ebenfalls selten sind sie in der Getränkekarte von Restaurants aufgelistet. Bei Heurigen und urigen Wirten findet man manchmal noch Erdbeerwein und Ribiselwein auf der Getränkekarte. Das gehört halt auch noch teilweise dazu.

Fruchtwein ist eben kein Getränk, das in Massen produziert wird und die Werbung ist daher auch nicht vorhanden. Dadurch fehlt auch das Bewusstsein welche Produkte es überhaupt gibt. Das heisst sie sind erklärungsbedürftig und erfordern aufgeschlossene, neugierige und interessierte Menschen.

Leider geben hier auch die Big-Player das Bewusstsein vor und prägen die öffentliche Meinung, da jeder ein neues Produkt mit einem bekannten vergleicht. Sei es der Preis, die Aufmachung oder die Erwartungshaltung. Oder oft auch negative Erfahrungen wie der erste Rausch, Kopfweh oder Übelkeit, die von einem Produkt aus dieser Kategorie automatisch auf alle anderen übertragen werden. Hinzu kommt, dass Fruchtwein oft wenig kostet und dem Kunden suggeriert wird, dass alle Produkte dieser Kategorie folglich nicht viel wert sein können. Obst wächst ja schließlich auf Bäumen.

Mit dem Cider-Trend sind ein paar internationale Bigplayer in den österreichischen Markt gelangt. Hier sah man durchaus Werbespots im TV und Plakatwerbung. Cider wird eben wie Bier konsumiert und lässt sich leicht trinken. Dass viele Brands ausschließlich mit Apfelsaftkonzentraten und Aromen arbeiten, wird hier gerne verschwiegen. Erst das Kleingedruckte am Etikett gibt Aufschluss darüber. Wir arbeiten zwar auch mit Konzentraten aber nutzen diese zum Aufwerten unserer schon gehaltvollen Getränke nach der Maischegärung.

Ich vergleiche diese Cider gerne mit den Tetrapak Apfelsäften aus dem Supermarkt. Die sind auch aus Apfelsaftkonzentrat, Zucker und Aroma zusammengesetzt. Beim Cider ist halt noch etwas Alkohol und Kohlensäure dabei. Und die meisten low-end Produkte sind obstweinhältige Getränke, also ohnehin noch mit Wasser verdünnt. Andernfalls wären diese Preise auch gar nicht möglich. Man kann sie auch nicht mit handwerklich hergestelltem Cider aus einem Obstbaubetrieb oder mit einem Apfelschaumwein vergleichen. Das einzige was sie gemeinsam haben ist, dass all diese Getränke schäumenden Genuss bieten.

Es liegt wie überall beim Konsumenten zu entscheiden welche Idee er mit seinem Geld unterstützt und fördert. Problematisch ist, dass es kein einheitliches System gibt Fruchtweinerzeuger zu finden. Während meiner Recherche war es sehr aufwändig Konkurrenten zu finden um sich deren Konzept anzusehen. Einige waren leicht über die Suchmaschinen zu finden. Andere tauchen mit der Zeit und beim Durchforsten von Deeplinks immer noch auf. Es wird dem Konsumenten auch nicht unbedingt leicht gemacht die Produkte zu entdecken. Außer es wird gezielt danach gesucht. Aber wer sucht schon gezielt nach Quittenschaumwein, Dirndlcider oder Kriecherlcider, wenn er gar nicht weiss dass es diese Produkte gibt? Viele wissen auch gar nicht, dass es neben Weißwein und Rotwein auch noch Fruchtwein gibt.

Bekomme ich einen Rausch von Fruchtwein?

Fruchtweine werden gerne hobbymäßig als Hausweine produziert. Das ist auch mitunter einer der Gründe wieso Fruchtweine einen zweifelhaften Ruf haben. Der übersüße Ribiselwein vom Onkel, der Tante, der Oma, dem Opa oder vom Nachbarn wo man am nächsten Tag Kopfweh hatte so sicher wie das Amen im Gebet.

Die meisten Fruchtweine werden sehr hochgradig ausgebaut. Sie haben also weit über 10%Vol., manche sogar bis zu 16%Vol. Alkohol und sind reichlich süss. Durch die Restsüße lassen sich diese weinähnlichen Getränke relativ leicht trinken, besonders wenn sie gut gekühlt sind.

Niemand würde ein großes Glas Likör trinken. Aber einen Ribiselwein oder einen Erdbeerwein, warum nicht. Ist ja nur Obst. Von Obst kann man ja nicht betrunken werden (außer man destilliert es zu Obstbrand). Was soll schon passieren. Und weil er so gut schmeckt, kann man natürlich gleich noch ein weiteres Glas trinken. Dadurch ist es sehr viel leichter einen Rausch von Fruchtwein zu bekommen als von anderen Getränken.

Fruchtweine verführen gerne ungeübte Trinker und Jugendliche. Der süße, fruchtige Geschmack erinnert an Saft mit Mehr. Man braucht kein Weinwissen und sie sind zugänglicher. Sie schmecken einfach. Bier ist bitter, Wein ist sauer aber Fruchtwein ist meistens süß und fruchtig. Der Rausch von gehaltvollem Fruchtwein ist auch oft nachhaltiger. Man dehydriert durch die Kombination von Süße und Alkohol leichter. Es ist auf jeden Fall angeraten moderat zu genießen. Einer der Gründe wieso unsere Fruchtdessertweine nur in kleine Flaschen abgefüllt werden.

Mehr darüber: Promille im Strassenverkehr.

Welches Essen passt zu Fruchtwein?

Viele Fruchtweine sind süss. Daher passen vor allem würzige Gerichte. BBQ, asiatische oder indische Speisen sind hier die erste Wahl. Jeder kennt den Pflaumenwein im China-Restaurant. Der passt wunderbar zu scharfen Gerichten.

Alle Arten von Kuchen und Obstdesserts, Käse und Schokolade.

Herber bis halbtrockener Apfelwein passt perfekt zu Bernerwürstel.

Mehr darüber in: Snacks und Fingerfood zu Wein.

Warum ist Fruchtwein preiswerter als Rotwein oder Weißwein?

Das ist ein Gerücht. Beerenobst ist grundsätzlich teurer als Keltertrauben, da reicht es nur mal in den Supermarkt zu schauen. Äpfel sind teilweise billiger und daraus wird klassischer Apfelwein erzeugt. Verstörend ist es aber schon, wenn Obstwein preislich mit Fruchtsaft gleich auf liegt oder sogar noch billiger angeboten wird. Das ist eher eine ethische Frage wie billige Alkohol angeboten werden soll und ob man es Jugendlichen so leicht machen darf von Fruchtsäften und Limonaden zu Fruchtwein zu wechseln.

Keltertrauben sind in der Regel preiswerter als Beeren und aus Obst wird selten Fruchtwein erzeugt. Es gibt eben viel mehr Verwertungsmöglichkeiten. Wird Alkohol daraus erzeugt, dann entweder gleich Likör oder Obstbrand. Fruchtwein ist eher speziell und weniger bekannt und Obstbrand kann unbegrenzt gelagert werden. Wein gibt’s in Österreich ohnehin schon genug.

Oftmals wird in den Obstbaubetrieben das Obst, das sich weder für Frischverkauf noch für Verarbeitung wie Konfitüre eignet, zu Wein vergoren. Manche behaupten sogar, dass Marktrückstände und 3.Wahl zur Weinerzeugung herhalten müssen. Es wird oft behauptet, dass sich Erdbeeren an heißen Sommertagen, die sich für sonst keine andere Verarbeitung mehr eignen, noch zumindest zu Erdbeerwein verarbeiten lassen.

Unter diesen Gesichtspunkten kann natürlich preiswerter Fruchtwein erzeugt werden. Dasselbe bei Wildpflückungen und dergleichen. Dann ist der Wareneinsatz gleich Null und man zahlt gerade mal für Zutaten wie Zucker, Weinhefe und Verpackung. So haben diese Früchte immerhin noch zu einer gewinnbringenden Wertschöpfung geführt. Andernfalls hätten sie entsorgt und kompostiert werden müssen oder wären im Fall von Wildbäumen einfach abgefallen und niemand hätte sie verwertet. Das ist aber für das Image nicht unbedingt förderlich. Dasselbe mag auch auf manchen Honigwein zutreffen, der aus sonst unverkäuflichem Honig, weil zu hoher Wassergehalt, erzeugt wird.

Ein zweiter Faktor ist, dass viele Obstbauern und Landwirte nur im Nebenerwerb tätig sind. Es ist ihnen teilweise egal was sie mit ihren Produkten verdienen. Oft wird hier auch gar nicht kalkuliert. Die Arbeitszeit wird so gut wie nie eingerechnet, Flatrate. Das machen übrigens auch viele kleine Produzenten. Das Hauptargument ist, dass die Ernte, die sowieso anfällt, auch irgendwie verkauft werden soll. So kommen teilweise dubiose Preis zu Stande, bei einem Beispiel mit Apfelsaft selbst gesehen. Der handgefertigte Apfelsaft direkt vom Bauern wird billiger angeboten als Industriesaft vom Großerzeuger beim Discounter. Kann es Sinn und Zweck sein ehrliche Produkte preiswerter anzubieten als die Industrie-Konkurrenz? Wie ist das überhaupt möglich? Und was kann hier tatsächlich überbleiben für den Erzeuger, wenn das fertige Produkt nur unwesentlich mehr kostet als die reinen Verpackungskosten wert waren? Durch solche Mitbewerber, die mehr oder minder hobbymäßig agieren, geraten andere wiederum in Preisdruck. Natürlich gibt es auch Nebenerwerbsweinbauern, die sehr günstigen Wein verkaufen können, weil sie nicht davon leben müssen. Fazit: Es ist durchaus möglich preiswerter anzubieten. Aber nicht jedes Produkt und nicht zu jedem Preis und die Frage ist wie lange man es sich leisten kann.

Kann man Fruchtwein wie jeden anderen Wein lagern?

Fruchtweine sind vorwiegend zum Frischgenuss hergestellt. Es ist oft keine längere Lagerung notwendig und nur wenige profitieren von langer Lagerung. Aber dies hängt auch damit zusammen um welchen Fruchtwein es sich handelt. Tischweine sind bis zu 2-3 Jahre gut genießbar. Dessertweine können auch noch in rund 10 Jahren trinkbar sein. Ihr Alkoholgehalt konserviert sie ohnehin, allerdings nimmt das Aroma immer mehr ab. Honigweine sind nahezu unbegrenzt genießbar.

Mehr darüber in: Haltbarkeit von Wein und Fruchtwein und weitere Themen am Wein Blog.