Es wird tropisch bei uns – IPA

IPA

Ich hatte gestern am Abend ein Bier, ein IPA (India Pale Ale bzw. Imperial IPA) um genau zu sein und hab die letzten Wochen schon an neuen Fruchtwein-Ideen gegrübelt. Nicht dass mir die Ideen ausgehen würden aber man macht sich immer wieder neue Gedanken und Notizen, überarbeitet alte Ideen.

Ein Freund hat mir mehrfach von Äpplewoi erzählt. Das ist Apfelwein wie er in Deutschland genannt wird. Apfelmost sozusagen. Ein paar Kniffe gibt es auch hier: Speierling, Vogelbeere, Schlehe, Mispel oder neben Birne gar Quitte mitzuvergären. In Deutschland gibt es eine rege Apfelweinkultur, die bis zu Karl dem Großen zurückreicht und durch die Craft Bier Welle werden verstärkt auch Cider als Alternative zu Bier, gerade in der Grillsaison angeboten.

Im Internet finden sich zum Thema Apfelwein einige interessante Tipps, etwa auf

http://schiller-wine.blogspot.com/2015/08/best-of-apfelwein-frankfurt-tipp-in.html

Ein Apfel-Produkt gibt es bereits bei Hindberry Fruchtwein – Aurelia, Fruchtdessertwein aus Apfel, Quitte und Birne, quasi eine leicht süßliche Version eines Apfelsherrys mit einem Hauch Muskat von der Quitte.

Allerdings hängt die Qualität des guten Apfelweins immer von den verwendeten Apfelsorten ab und sorgt damit erst für den nötigen USP, nicht umsonst gibt es Tafeläpfel und Mostäpfel, die mehr Gerbstoff besitzen. Obgleich die Engländer ihren eher geschmacksneutralen Cider aus Apfelsaftkonzentrat produzieren. Most ist kein besonders ausgeklügeltes Produkt und auch nicht sehr lagerfähig und haltbar.

Die Ideen für neue Produkte reichen von den unterschiedlichsten Früchten und Weintypen bis hin zu Kochwein, der mit Knoblauch aromatisiert wird, über Waldmeister, Rosmarin, Wermut bis hin zu Pfefferminz. Aber wer mag schon einen Dessertwein, der nach Zahnpasta schmeckt?

Auch Kunden haben Tipps abgegeben aber so wirklich überzeugend war für mich keiner. Noch. Ich selbst hatte einige Ideen was einen trockenen Sherry betrifft und auch Port-Style Fruchtweine wären in Zukunft denkbare Optionen. An Ideen mangelt es sicherlich nicht.

Ich trinke mein derzeitiges Lieblingsbier und denke mir dabei:

Ich mach Wein (Fruchtwein) und kauf Bier von der Konkurrenz

Quelle: https://craftbeer-revolution.de/bierstile/india-pale-aleipa infografik

Damit fiel mir gleich der erste große Fehler auf. Ich hatte nicht mein eigenes Produkt in der Hand! Ein fatales Dilemma, denn ein gutes Produkt, das laufend konsumiert wird, steht am Tisch, dort wo Menschen sind, es liegt in der Hand und liegt nicht im Keller oder in einer unbeachteten Ecke.

Warum nicht einen Wein mit Aromahopfen aromatisieren und was eigenes machen – könnt auch für Craftbierfans interessant sein und Freunde meinen schon die ganze Zeit, dass ich mal Bier brauen soll. Es gibt ja auch Bier das an Malzwein (Barleywine, Nikolausbier, Eisbock etc.) erinnert und es gibt belgische Biere mit Kirschen und Früchten. Warum nicht Wein, der wie Bier schmeckt? Mal was ganz Unkonventionelles. Think outside the Box. Weinherstellung ist eher traditionell angehaucht aber Fruchtwein passt auch nicht in dieses Klischee. Wer Fruchtwein trinkt, holt sich den Sommer zurück ins Glas!

Also habe ich mir diese Homepage mal angesehen, denn ich liebe IPA:

https://craftbeer-revolution.de/bierstile/india-pale-ale

und mir Notizen zu den unterschiedlichsten Hopfensorten gemacht.

https://www.hopfenhelden.de/craft-beer-hopfensorten/

IPA eignet sich auch zu Käse und Desserts und würde sich optimal in die Hindberry Familie der Fruchtdessertweine einreihen. Allerdings nicht süß sondern als „Aromatisierter Obstwein“ trocken ausgebaut.  Sonderedition für den Herbst/Winter 2018 damit das Weihnachtsfest gebührend begleitet werden kann.

Fruchtwein geht schließlich auch anders.

India Pale Ale

IPA wird von Citrus und tropischen Aromen begleitet. Als Basis dürfte sich hier auch ein Fruchtwein aus der Citrusfamilie anbieten. Wir sind in Indien. In Idien wächst viel Obst etwa Orangen und Mandarinen, Ananas aber auch Marillen. Mir schwebt da ein ein milder aber extraktreicher Fruchtwein vor, der mit Hopfensorten wie Tettnanger, Hallertauer Tradition, Polaris, Simcoe, Citra, Cascade, Galaxy, Amarillo, Centennial, Columbus, Chinook und/oder Mandarina gestopft wird.

Die sogenannte Hopfenstopfung findet in der Regel nach der Gärung statt wobei das IPA für etwa ein bis zwei Wochen mit Aromahopfen versetzt wird. Die Kunst dabei ist die richtige Menge und Mischung an Hopfen zu finden. So ergeben sich durch die Hopfensorten Aromen von Grapefruit, Maracuja und Zitrus. In der Regel werden IPA mit etwa 50-70 Bittereinheiten (IBU) erzeugt. Die Farbe ist hell bis orange und der Alkoholgehalt erreicht bis zu 8%Vol.

IPA wurden früher für die langen Schiffsreisen nach Indien kräftiger eingebraut und stärker gehopft und ist damit eine Erfindung der Engländer. Neben IPA zählt sowohl Rum als auch Port und Sherry zu den traditionellen Alkoholika, die sich für Schiffsreisen anboten. Sherry und Port wurden ursprünglich zusätzlich mit Branntwein aufgespritet um eine bessere Lagerfähigkeit zu gewährleisten.

Für unseren Obstwein werden wir einen Alkoholgehalt um die 14% anpeilen. Es handelt sich hier ja dann nicht um ein Bier sondern um einen aromatisierten Dessertwein. Aber ich könnte mir vorstellen, dass diese Hopfenbombe sehr gut zum Mischen mit Bier geeignet sein könnte und der Alkoholgehalt hebt das Ganze dann etwas und verleiht ihm noch mehr Bums. Da ich aber selber nicht weiß was mich hier erwartet und ob das Ergebnis überzeugend sein wird, bleibt es abzuwarten – lassen wir uns mal überraschen!

Kommentare hierzu könnt ihr gerne per Mail (hindberryfruchtwein@aon.at) bei mir deponieren.

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