Haben Sie das von den Loganberries gehört?

Himbeerdessertwein Pralinen Schokolade LikörgläserLesen Sie den aktuellen Artikel vom 5.6.2017 hier (englisch)

Vor ein paar Jahren öffneten wir eine Flasche gereiften Himbeerwein, genaugenommen Himbeerdessertwein. Er war schön gealtert, hatte eine Farbe wie Cognac und duftete noch immer verführerisch nach den sonnengereiften Beeren.

Ein herrliches Bukett in der Nase und eine warme Süße am Gaumen. Dazu Schokoladepralinen (ja das Foto von damals) und wir fragten uns ob das nicht eine Marktlücke sei. Himbeerdessertwein produzieren. Ich spielte zwar schon ewig mit dem Gedanken meine Produktion gewerblich zu betreiben, aber so recht traut man sich dann doch nicht.

Ich recherchierte lange im Internet. In der Branche gab es wenig Hersteller, zumindest in Österreich. Es gibt zwar einige große Firmen im deutschsprachigen Raum, aber die Kleinen sind meist bäuerlich geprägt.

Himbeerdessertwein ist eine Rarität, denn Himbeeren sind teuer. Erst ein Tv-Beitrag brachte den Stein ins rollen und ich wagte den Gang zur WKO um mich über die rechtlichen Rahmenbedingungen zu informieren, kontaktierte Ämter und Kontrollstellen und wir begannen die Betriebsstätte in Eigenregie vorzubereiten. Es war natürlich klar, dass es nicht beim Himbeerwein bleiben würde und ich entwickelte Prototypen und ein Konzept.

Seither ist einige Zeit vergangen. Doch: Hindberry Fruchtwein hat keinen Himbeerdessertwein im Sortiment wie Ihnen aufgefallen sein dürfte. Klar eigentlich müssten wir Himbeerdessertwein haben, es war doch auch der Auslöser für das Projekt und Himberger Himbeerwein wäre ein toller Slogan. Alles richtig.

Brombeeren schwarze roteHaben Sie jemals von Loganberry Wine gehört? Oder von Chombard Likör aus Frankreich? Nein?

Die Loganbeere ist eine Kreuzung aus Brombeere und Himbeere und der Chombard ist ein französischer Beerenlikör aus eben diesen beiden Beeren.

Loganberry Wine gewinnt immer wieder Preise bei Tastings in den USA. Was mein Prototyp aus Brombeeren und Himbeeren zeigte, bestätigte etwas zeitversetzt und unabhängig davon auch die altenglische Literatur. Denn sie empfiehlt statt sortenreinen Himbeer- und Brombeerweinen die Kombination.

Dunkle Farbe, breiterer Körper, komplexeres Aroma. Daher habe ich „Rehlein“ produziert.

Himbeerdessertwein ist zwar gut aber diese Assemblage pusht sich noch ein Stück weiter. Alle meine Kreationen sind durch einen Schaffensprozess weiterentwickelt worden. Ich gebe mich nie mit dem erstbesten Ergebnis zufrieden.

Natürlich lässt sich beim Weinmachen nicht alles zu 100% steuern, man muss auch mal das Ruder aus der Hand geben und darauf vertrauen, dass am Ende alles gut wird.

Weinmachen ist daher auch eine Kunstform. Es ist ein Prozess, den der Mensch nur begleiten kann. Gewisse Dinge lassen sich nur bis zu einem gewissen Grad steuern aber nicht alles und man muss auch lernen loszulassen oder ein Ergebnis als solches anzunehmen und zu akzeptieren. Beim nächsten Ansatz ist alles wieder anders und es beginnt von neu.

Die geschmackliche Ausrichtung wollen wir natürlich beibehalten und versuchen annähernd gleich schmeckende Chargen zu produzieren. Abhängig vom natürlichen Rohstoff sind hier natürlich Schwankungen möglich. Aber es soll auch spannend bleiben und immer wieder zu Verkostungen anregen und neue Geschmackseindrücke vermitteln. Sonst wäre das Thema Wein auch ziemlich langweilig.

 

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